Fast jeder Vierte ist zu schnell

Stadt Hessisch Lichtenau hat Autofahrer in der Fußgängerzone im Visier

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Optisch verengt, um Rasern Einhalt zu gebieten: Seit Kurzem gibt es nun auch links ein Hinweisschild auf die Fußgängerzone. 

Gut 60 Kilometer pro Stunde zuviel auf dem Tacho hatte ein Autofahrer, der bei seiner Fahrt durch die Landgrafenstraße in Hessisch Lichtenau vom Geschwindigkeitsdisplay erfasst wurde. Dies hat Bürgermeister Michael Heußner jetzt in der Sitzung der Stadtverordneten berichtet.

Zwar gilt in der Straße, die als Fußgängerzone ausgewiesen ist, Schrittgeschwindigkeit, allerdings wird dies laut Heußner von vielen Verkehrsteilnehmern regelmäßig ignoriert. Aus diesem Grund hatte er von Ende Oktober bis Ende November vergangenen Jahres ein Geschwindigkeitsdisplay auf Höhe der Kirche anbringen lassen. Bei den 34 580 erfassten Messwerten lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 20,8 Kilometer pro Stunde. „Erlaubt sind zwischen 6 und 9 Kilometer pro Stunde“, sagt Heußner. Bei 97 Prozent Geschwindigkeitsüberschreitungen hielten sich daran aber nur sehr wenige Verkehrsteilnehmer.

Zusätzlich hat der gemeinsame Ordnungsbehördenbezirk am 6. November zwischen 8 und 14 Uhr Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen. Das Ergebnis: Von 443 gemessenen Fahrzeugen überschritten 116 die vorgegebene Geschwindigkeit. Fast jeder Vierte war somit zu schnell. Die Stadt schickte 100 Verwarn- und zwei Bußgeldbescheide heraus. Aufgrund der Toleranz von drei Kilometern pro Stunde werde ja niemand geblitzt, der zwölf Kilometer pro Stunde fahre, betont Heußner. Da die Messtafel allen Autofahrern die Möglichkeit gegeben habe, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren, bevor sie 50 Meter später dann die Radarkontrolle erreichten, hat Heußner kein Mitleid mit den Verkehrssündern. „Sie reduzieren ihre Geschwindigkeit nicht, obwohl die Schulkinder oben lang laufen“, empört er sich.

Daher habe er jetzt noch ein zweites Hinweisschild auf die Fußgängerzone anbringen lassen. „Vorher gab es rechts der Straße ein Schild, das haben wir jetzt nach links dupliziert, um die Zufahrt optisch kleiner zu machen“, erklärt Heußner, der mit seinem Antrag, Automatikpoller am Anfang der Fußgängerzone zu installieren, bei den Stadtverordneten gescheitert war.

In Kürze wolle er die Aktion mit Display und Radarkontrolle wiederholen, diesmal mit einem Statistikgerät von Hessen Mobil, welches die gemessenen Werte verlässlicher aufzeichne als das Geschwindigkeitsdisplay. Sollte sich das Verhalten der Autofahrer nicht ändern, will der Bürgermeister aufgepflasterte Bodenschwellen für die Fußgängerzone anregen.

Das sagt die Polizei: Nur geringfügige Verstöße bei Messungen

2018 und 2019 fanden Geschwindigkeitsmessungen in der Fußgängerzone von Hessisch Lichtenau statt, bestätigt Polizeisprecher Jörg Künstler. „Bei diesen Messungen wurden nur geringfügige Verstöße festgestellt, die im Bereich von Verwarnungen lagen.“ Zwar sei die von Bürgermeister Michael Heußner angesprochene Problematik bei diesen Messungen demnach nicht festgestellt worden; gleichwohl würde die Polizei auch zukünftig in diesem Bereich die Geschwindigkeit der Autofahrer überprüfen

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