Viele Sanierungsarbeiten an städtischen Liegenschaften nötig

Hessisch Lichtenau müsste vier Millionen investieren

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Auch im Hessisch Lichtenauer Hallenbad muss wieder saniert werden: Hohe Luftfeuchtigkeit setzt der Technik im Keller zu und das Nichtschwimmerbecken braucht eine neue Filteranlage.

Hessisch Lichtenau. Bauzustandsbericht: Hessisch Lichtenaus Immobilien sind teilweise stark renovierungsbedürftig.

Verfaulte Fenster, marode Fassaden, undichte Dächer, defekte Heizungen: Dieses Dokument, das den Hessisch Lichtenauer Stadtverordneten zugesandt wurde, dürfte für Furore sorgen. Die Rede ist vom Bauzustandsbericht der 94 untersuchten städtischen Liegenschaften.

Die Liste der Sorgenkinder ist lang, der Investitionsstau riesengroß. Rund vier Millionen Euro wären nötig, um nur die dringendsten Mängel zu beheben und die Gebäude in einem für die Bevölkerung nutzbaren Zustand zu erhalten.

„Alles Reparaturen, die ein privater Häuslebauer sofort machen würde“, sagt Ullrich Rodewald, Leiter des Fachbereichs 4 (Wohnen, Bauen und Umwelt). Er betont, dass in diese riesige Summe bislang nicht ein Pinselstrich für Verbesserungs- oder Verschönerungsarbeiten eingerechnet sei. Es gehe wirklich um den bloßen Erhalt.

Aufgelistet sind Verwaltungsgebäude, Kindergärten, Hallenbad, Bauhof, Friedhofshallen, Gemeinschafts- und Bürgerhäuser, Vereinsheime, Feuerwehrgerätehäuser, Bus-Wartehallen und sonstige Gebäude und Flächen wie Jugendzentrum, Freizeitanlage und Karpfenfängerteich. Nicht dabei sind die Spielplätze und Verkehrsflächen, eine entsprechende Liste soll im Herbst erstellt werden. Beispielhaft soll hier das Hallenbad genannt werden, dessen geschätzter Sanierungsbedarf sich auf 250.000 bis 515.000 Euro beläuft. Hier vier von 17 Punkten auf der Reparaturliste:

• Bei der Teilsanierung vor zehn Jahren mussten Brandschutzauflagen berücksichtigt werden. Dadurch sind die Kellerräume so dicht geworden, dass die Luftfeuchtigkeit Schäden an der Technik verursachen kann. Eine Belüftungsanlage muss eingebaut werden.

• In den Schwallwasserbecken hat sich teilweise die Betonüberdeckung gelöst, hier muss abgedichtet werden.

• Die Filteranlage im Nichtschwimmerbecken muss erneuert werden. Die Nachbesserung fordert das Gesundheitsamt aufgrund der Wasserwerte.

• Die Dampfbremse in der Fassade des Springerbeckens ist undicht. Im Winter kondensiert das Wasser so stark, dass sich außen Eiszapfen bilden.

Die Stadt wird nun Prioritäten setzen müssen. Denn um alle Gebäude gleichzeitig anzugehen, fehlt das Geld. Nur 800.000 Euro werden aus dem kommunalen Investitionsprogramm beigesteuert. Im Vordergrund werden deshalb Arbeiten stehen, die für die Sicherheit entscheidend sind. Viele dringende Sanierungsarbeiten werden wohl weiter aufgeschoben werden müssen, mit Folgeschäden an den Gebäuden ist zu rechnen.

Einige der größten Problemfälle aus dem knapp 90 Seiten umfassenden Bericht lesen Sie in der gedruckten Donnerstags-Ausgabe der Witzenhäuser Allgemeinen.

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