1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Hessisch Lichtenau

Stele mit Hinweistafel in Hessisch Lichtenau eingeweiht

Erstellt:

Von: Kerim Eskalen

Kommentare

Begleiteten die Einweihung auf dem Kirchplatz: (von links) Maike Laun, Udo Schneider (beide Kultur Stadt Hessisch Lichtenau), stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Schröder und Schriftführer Hans Gold (beide Zweigverein im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde) und Bürgermeister Dirk Oetzel.
Begleiteten die Einweihung auf dem Kirchplatz: (von links) Maike Laun, Udo Schneider (beide Kultur Stadt Hessisch Lichtenau), stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Schröder und Schriftführer Hans Gold (beide Zweigverein im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde) und Bürgermeister Dirk Oetzel. © Kerim Eskalen

Vor dem Rathaus an einer Eisenhalskette festgebunden zu werden – eine Folterstrafe aus einem der dunkelsten Kapitel des Mittelalters und Teil der Hessisch Lichtenauer Geschichte.

Hessisch Lichtenau – Eine Stele mit Informationstafel steht nun am Ort des Geschehens. Offiziell eingeweiht wurde die Stele auf dem Kirchplatz vor dem Alten Rathaus am Mittwoch und soll an die Halsgerichtsbarkeit in der Stadt erinnern. Laut Udo Schneider vom Büro für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing, eröffnet die Tafel besonders für Tagestouristen neue interessante Einblicke in die Geschichte Hessisch Lichtenaus. Bei den geplanten Stadtführungen soll dann genauer auf die Gerichtsbarkeit eingegangen werden.

Hintergrund ist, dass die Halsgerichtsbarkeit oder auch Peinliche Gerichtsbarkeit genannt, ab dem Jahr 1450 in Hessisch Lichtenau als Strafe eingesetzt werden durfte. Genutzt wurde sie ausschließlich für schwere Verbrechen, wie Mord, Totschlag, Raub und Diebstahl. Verbrechen also, die an Hals und Hand bestraft wurden. Denn die Schuldiggesprochenen wurden dabei zu Körperstrafen verurteilt. Darunter fielen auch Verstümmelungen oder manchmal sogar der Tod. Das Urteil sprechen durfte zur damaligen Zeit nur der Landgraf in Kassel.

„Das waren damals üble Folterpraktiken“, erklärt Hans Gold, Schriftführer vom Zweigverein des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde. „In dem Halseisen lagen die Leute manchmal 24 Stunden oder länger. Früher war nicht immer alles besser“, erklärt er lachend.

Veranlasst wurde die Aufstellung der Hinweistafel auf Anregung des Lichtenauer Zweigvereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, die bei ihren Forschungen auf die Thematik der Halsgerichtsbarkeit gestoßen sind. Die Tafel selbst mit der Gravur fertigte die heimische Firma Becker-Gravur an, während die Schlosserarbeiten am Pfosten und der Halterung, sowie die Montage, die Kunstschmiede Frank Zitterbart erledigte. Beide Firmen sind in Hessisch Lichtenau ansässig. Gefördert wurde das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
(Kerim Eskalen)

Auch interessant

Kommentare