Die Stimmung ist positiv: Arbeitsgruppe zu Flüchtlingen in Hessisch Lichtenau tagte

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Es geht voran: Die Vorbereitungen für den Bau von Leichtbauhallen im Gewerbegebiet Senkefeld müssen bis nächsten Montag abgeschlossen sein. Ab dann werden die Hallen aufgestellt.

Hessisch Lichtenau. Die Arbeitsgruppe zu den Flüchtlingen in Hessisch Lichtenau hat erstmals getagt. Dabei waren Vertreter von DRK und Kirche, aber auch der Lebensmittelbranche.

Sie haben besprochen, wie die Situation mit den Flüchtlingen sich bis derzeit darstellt.

Einkaufen

Ruhig und problemlos ist die Lage im Rewe-Markt an der Lichtenauer Ottilienstraße. Das berichtet die selbstständige Kauffrau Tina Goebel. Befürchtungen im Vorfeld, Asylbewerber könnten - wie beispielsweise in Calden geschehen - Verpackungen aufreißen oder Waren aus den Regalen reißen, haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil sei das Verhalten der Flüchtlinge, hauptsächlich Familien, sehr freundlich.

„Viele fragen ganz normal beim Personal nach, wenn sie etwas nicht wissen. Wir verständigen uns dann mit speziellen Übersetzungs-Apps, die wir auf unsere Smartphones heruntergeladen haben“, erläutert Tina Goebel. „Die Menschen sprechen ihre Frage auf Arabisch und wir hören die deutsche Übersetzung und können antworten. Das klappt bislang gut.“ Für die Zukunft ist Tina Goebel nach ihre bisherigen Erfahrungen optimistisch, auch wenn die Zahl der Flüchtlinge mit der Belegung der Unterkunft im Senkefeld noch weiter ansteigen wird. „Ich lasse das auf mich zukommen. Jetzt schon vorsorglich Security oder weiteres Personal einzustellen, ist auch eine finanzielle Frage.“

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung der Flüchtlinge wird vom Roten Kreuz organisiert. Erstuntersuchungen werden von aktiven Ärzten durchgeführt, Impfungen übernehmen vor allem Ärzte im Ruhestand, die dafür eine Aufwandsentschädigung vom Land Hessen erhalten. So soll gewährleistet werden, dass der reguläre Praxisbetrieb vor Ort problemlos weiterlaufen kann. Akut oder chronisch erkrankte Asylbewerber, die eine Arztpraxis aufsuchen müssen, erhalten vom Kreissozialamt einmal im Quartal einen Behandlungsschein, der dann privat mit dem Amt abgerechnet wird. Eine Krankenversichertenkarte erhalten Flüchtlinge ohne Asyl-Status bislang nicht.

Betreuung 

Auch Markus Bechtel, der Betreiber der Zeltstadt, berichtet von einer guten Grundstimmung in Hessisch Lichtenau. „Ich hätte nicht gedacht, dass es ausschließlich positiv bleibt“, sagt er. Das Lager sei absolut friedlich, und die Flüchtlinge hätten sich auch schon bei den Bewohnern der Stadt bedankt. Sie hätten einen Sauberkeitstag organisiert, an dem sie herumliegenden Müll aufgelesen hätten. Außerdem sei der erste Flüchtling gestern in eine feste Unterkunft umgezogen, sagt Bechtel.

Beschwerden 

Laut Bürgermeister Jürgen Herwig ist die Resonanz auf die Flüchtlinge positiv gewesen. „Es gab keine Beschwerden und auch keine Probleme, mit denen wir uns aktuell beschäftigen müssen“, sagt er. Das nächste Treffen des Arbeitskreises findet Anfang November statt.

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