Straße in Walburg: Nur der Kanal wird erneuert

Die Straße „Am Rain“ in Walburg ist schon jetzt ein Flickenteppich. Jetzt sollen Kanal- und Wasserleitungsarbeiten ohne Erneuerung der Fahrbahn, der Rinne und der Einläufe ausgeführt werden. Völlig unwirtschaftlich, findet Bürgermeister Michael Heußner. Foto: Stadt Hessisch Lichtenau / nh

Hessisch Lichtenau. Eine große Gruppe Anlieger der Straße „Am Rain" in Walburg hatte sich am Freitag im Lichtenauer Bürgerhaus versammelt.

Das Stadtparlament tagte und entschied nach längerer Debatte, die Straße nicht komplett auszubauen, was mit größeren Anliegerbeiträgen verbunden gewesen wäre (wir berichteten).

Stattdessen entschieden die Politiker mehrheitlich für die kleine Lösung: Die Stadtwerke werden lediglich den Kanal erneuern. Die Stadt beteiligt sich am Bau, indem sie die Kosten für die Erneuerung der Wassereinläufe in Höhe von 21.000 Euro übernimmt. Das Geld soll entgegen der Bedenken von Bürgermeister Michael Heußner aus dem Topf für Straßenunterhaltung kommen. Die Entscheidung stützten die Zuhörer mit Beifall und Jubel. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte sich der Ortsbeirat Walburgs aus Kostengründen vehement gegen einen Komplett-Ausbau ausgesprochen, der die Stadt mit 31.000 und die Anlieger mit 93.000 Euro belasten würde, rechnete Ortsvorsteher Lothar Franke vor. Werde lediglich der Kanal erneuert, läge der städtische Anteil bei 21.000 Euro, während die Bürger verschont blieben.

Zwar sei auch der Ortsbeirat grundsätzlich für einen qualifizierten Ausbau, allerdings sei die Straße laut Franke ein sozialer Brennpunkt mit zum Teil leer stehenden Häusern und sozial schwachen Familien, die Anliegerbeiträge ohnehin nicht bezahlen könnten. Folglich bleibe die Stadt auf den Kosten sitzen, was angesichts der angespannten Haushaltslage nicht akzeptabel sei. „Wir haben schon über geringere Beträge gestritten.“

Tenor der Debatte im Parlament war aber ein anderer: Vor allem die SPD sorgte sich um die Glaubwürdigkeit der Verwaltung, würde zu Lasten der Anlieger nachträglich eine andere Entscheidung gefällt. „Die Bürger brauchen Verlässlichkeit“, sagte Elmar Neugeboren. Das sah auch Andreas Howorka vom Team Howorka so, der den Bedenken des Bürgermeisters aber grundsätzlich zustimmte. „Wir können nicht erst verkünden, dass die Bürger für den Ausbau nichts bezahlen müssen und dann kommen tausende Euro auf die zu.“

Deshalb fällten die Politiker einen Grundsatzbeschluss. Bei Kanalarbeiten der Stadtwerke soll künftig im Einzelfall geprüft werden, ob die Straße einer grundhaften Erneuerung bedarf, an der sich die Stadt dann beteiligt.

Von Kathrin Bretzler und Chris Cortis

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