Innenstadt beleben

Für eine lebendige Stadt: Studenten wollen Hessisch Lichtenau mit Projekt stärken

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In der Lichtenauer Innenstadt vor dem leerstehenden Geschäft, das die Studenten nutzen: Gabriel Blindu (von links), Nils Schaffner, Erhard Stock von der Aktion Hessisch Lichtenau Lebenswert, Lena Knacker und Selina Berger.

Hessisch Lichtenau – Heli gibt nicht auf – unter diesem Titel sind derzeit Studenten der Universität Kassel damit beschäftigt, die Stadt Hessisch Lichtenau genauer unter die Lupe zu nehmen.

An dem Projekt des Fachbereichs 6 Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung nehmen 19 Studierende teil, die in vier Gruppen ein Konzept erarbeiten, wie man die Innenstadt wieder beleben und die Grundversorgung in den Stadtteilen sichern kann.

Nachdem die Uni Kassel ein ähnliches Projekt in Sontra umgesetzt hat, hat Erhard Stock von der Aktion „Hessisch Lichtenau Lebenswert“ Uwe Höger von der Uni angesprochen und ihn gebeten, so etwas auch in Hessisch Lichtenau anzustoßen. „Meine Motivation war es, den Bereich der Stadtplanung genauer kennenzulernen“, sagt Nils Schaffner, der Architektur studiert. 

„Ich finde es schön, aus der Uni rauszukommen und mit Menschen in Kontakt zu treten“, sagt Selina Berger, die ebenfalls Architektur studiert. Die Studenten haben sich bereits einige Faktoren der Lossestadt angeschaut, wie zum Beispiel die Bevölkerungsstruktur, den Aufbau der Stadt, und was die Menschen vor Ort zu sagen haben. Gespräche gab es bereits mit dem Jugendbeirat, dem Tourismusverband und dem Gewerbeverein.

„Wir verstehen uns als eine Art Ideenwerkstatt und sind offen für alles“, sagt Gabriel Blindu, der Stadt- und Regionalplanung studiert. Das heißt, dass alle Hessisch Lichtenauer Anregungen geben und auch auf Probleme hinweisen können, zum Beispiel über den Ideenbriefkasten am Bürgerbüro. Aber auch persönlich stehen die Studenten zur Verfügung: In einem leerstehenden Geschäft an der Landgrafenstraße, Hausnummer 36, haben sie sich eingerichtet. Die Öffnungszeiten: montags und donnerstags von 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 10 bis 16 Uhr. Auch beim Altstadtfest, das von Donnerstag bis Sonntag stattfindet, wird das Team vertreten sein.

Blindu berichtet, dass Hessisch Lichtenau einige Stärken hat: Die Anbindung nach Kassel ist durch die Straßenbahn gut, es gibt eine hübsche Altstadt mit historischem Bestand, die Stadt ist familiär und bietet etwas für junge Menschen. Allerdings haben die Studenten auch Schwächen ausgemacht: Die Bevölkerung überaltert nach und nach, es gibt einige leerstehende Geschäfte in der Innenstadt und nicht alle öffentlichen Räume sind von guter Qualität. 

„Die Digitalisierung schwächt den Einzelhandel und wir schauen, wie man dem entgegenwirken kann“, erklärt Blindu. Wenn es am Ende ein Entwicklungskonzept gibt, können sich vielleicht auch andere ländliche Regionen an den Ideen orientieren. Das Projekt der Uni Kassel geht bis zum Ende des Semesters, also bis Ende Juli/Anfang August. „Hessisch Lichtenau Lebenswert möchte dann die Ergebnisse umsetzen. Wir sind sehr dankbar“, so Stock.

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