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Hessisch Lichtenauer Freiherr-vom-Stein-Schüler machen Führerschein für Einsatz digitaler Technik

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Von: Lothar Röß

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Als digitale Arbeitsmappe nutzen Luisa Almeida (von links), Louis Petersen und Jan Seifert – wie der größte Teil der Klasse 10b – ihr Tablet.
Als digitale Arbeitsmappe nutzen Luisa Almeida (von links), Louis Petersen und Jan Seifert – wie der größte Teil der Klasse 10b – ihr Tablet. © Lothar Röß

In Hessisch Lichtenau absolvieren Zehntklässler den Tablet-Führerschein

Hessisch Lichtenau – Die Freiherr-vom-Stein-Schüler der Klassen 9 und 10 können ihren Führerschein jetzt an der Lichtenauer Schule erwerben – kostenlos. Jedoch nicht für Mofa, Moped oder Auto, sondern für ein Tablet, um den Unterrichtsstoff digital dokumentieren zu dürfen.

Der Tablet-Führerschein wurde mit Beginn des laufenden Schuljahres eingeführt. Knapp 90 Schülerinnen und Schüler sind inzwischen im Besitz des Zertifikats und dürfen im Unterricht unter Verwendung eines speziellen Stifts auf ihrem Tablet mitschreiben, um die traditionelle Heftführung auf Papier zu ersetzen. Arbeitsaufträge lassen sich zudem digital leichter umsetzen.

Vier Termine zur Qualifizierung wurden in den Wochen bis zu den Herbstferien außerhalb des Unterrichts angeboten, um der großen Nachfrage der Jugendlichen gerecht zu werden. Künftig soll es zu Beginn eines jeden Halbjahres jedoch nur noch einen Termin für eine Gruppe von etwa 20 Teilnehmern geben. Die Qualifizierungsmaßnahme dient dazu, den Führerscheinbewerbern die wichtigsten Fertigkeiten zu vermitteln, sodass digitale Sorgfalt und Kompetenz in dem Umfang vorhanden sind, das Tablet im Unterricht als erwünschte Hilfe einsetzen zu können.

Das beinhaltet auch, bestimmte Regeln zu beachten: Wer nebenbei beim Surfen im Internet oder beim Spielen ertappt wird, darf sein Gerät für mehrere Wochen nicht benutzen. Und sollte jemand eingestehen „ich kriege das nicht hin“, wird eine weitere Nutzung vorerst nicht gestattet, denn der Ablauf des Unterrichts darf durch die Anwendung der neuen Technik nicht gestört werden. Ein leerer Akku bedeutet nur eins: Block raus und mitschreiben.

Mit der Möglichkeit, das Tablet als Schulheft-Ersatz zu nutzen, hat die Schule einen weiteren Akzent in der digitalen Bildung gesetzt, nachdem mit modernem Wlan, Computerräumen, Beamer in nahezu allen Klassenräumen, der Einführung des Faches „CoMeT“ (Computer- und Medientechnik) sowie umfangreicher Qualifizierungsmaßnahmen der Lehrerinnen und Lehrer eine gute Basis gelegt wurde.

Nachdem vor zwei Jahren die ersten Schüler ihre Tablets im Unterricht benutzten, veranlasste das die Pädagogen dazu, sich des Themas zu stellen.

Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, ein Konzept erstellt und per Konferenzbeschluss im Sommer 2022 mit dem Projekt gestartet. Die Lehrer Erik Meyfarth und Alexander Beck sind für die Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler zuständig und erteilen die Zertifikate.

In den drei Gymnasialklassen der Stufe 10 nutzten bereits zwei Drittel der Schüler ein Tablet.

Da die Anschaffungskosten mit Stift bei mehreren Hundert Euro liegen, haben sich noch nicht alle für einen Kauf entschieden. In der Oberstufe können die Jugendlichen das Tablet auch ohne Führerschein nutzen; von den insgesamt 120 Gymnasiasten machen aktuell etwa 80 davon Gebrauch, berichtet Erik Meyfarth. (zlr)

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