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Werra-Meißner-Landrätin hat täglich Schmetterlinge im Bauch

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Von: Lothar Röß

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Gastgeberin Ines Schindler (links) stöß mit Rosewein mit Landrätin Nicole Rathgeber an.
„Auf einen Drink“ im Café Schindler: Gastgeberin Ines Schindler begrüßte am Freitagabend die neue Landrätin Nicole Rathgeber. © Lothar Röß

„Natürlich in Weiß“ – Landrätin Nicole Rathgeber machte am Freitagabend im Lichtenauer Café Schindler an der Landgrafenstraße kein Geheimnis daraus, wie sie sich einmal ihre Hochzeit vorstellt. Inhaberin Ines Schindler hatte die 38-Jährige anlässlich der Veranstaltungsreihe „Auf einen Drink mit ...“ in ihrem Kulturbistro zu Gast.

Hessisch Lichtenau – In weißer Jeans und weißen Sneakers, hellblauer Jeansjacke und dunklem Pulli stellte sich die Kreis-Chefin leger gekleidet auf der kleinen Café-Bühne, im Stuhl am kleinen Beistelltisch neben Ines Schindler entspannt sitzend, den Fragen der Gastgeberin sowie des Publikums.

Schuldig blieb sie allein die Antwort auf die Frage, ob es bereits einen Heiratsantrag gebe. Und damit war auch ihr Lebenspartner, der sie in die Lossestadt begleitet hatte und gleich an der Bühnenkante saß, für einen Moment in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Wer unter den Gästen in Gedanken da schon die Hochzeitsglocken läuten hörte, muss sich wohl noch etwas gedulden.

Jedoch verriet die Landrätin, dass ihr definitiv zwei Feiern vorschweben: die standesamtliche Feier mit der Familie und den engsten Freunden, die kirchliche Feier – gern in der Wanfrieder Kirche – dann zusammen mit allen, die sie gern an ihrer Seite hätte. Familie und Karriere passen ihrer Ansicht nach zusammen, vorausgesetzt, man spreche sich mit dem Partner ab.

„Schmetterlinge im Bauch“, einen Roséwein, den niemand im Publikum kannte, hatte sich Nicole Rathgeber als Getränk für die Gesprächsrunde bestellt. Zum Thema Hochzeit, auch wenn die erst nach einer Stunde zur Sprache kam, hätte die Wahl des Getränks passender kaum ausfallen können.

Nachdem Ines Schindler mit der Landrätin, die nach ihrem Vorgänger Stefan Reuß erst der zweite Gast dieser geplanten Veranstaltungsreihe war, angestoßen hatte, war der Name des Getränks zugleich das Stichwort für die erste Frage der Gastgeberin. Die wollte wissen, wann es bei ihr Schmetterlinge im Bauch gebe. „Jeden Tag eigentlich“, so die 38-Jährige und begründete das mit einem tollen Blick, den sie als Frühaufsteherin allmorgendlich aus dem Haus in Richtung Leuchtberge in Eschwege habe, vor allem, wenn der Nebel sich lichte.

Für gewöhnlich stehe sie um fünf Uhr auf, „damit habe ich schon als Kind meine Eltern in den Wahnsinn getrieben“, gestand sie. „Was haben denn ihre Eltern gesagt, als es hieß Landrätin?“, setzte Schindler ihren Fragenblock fort. „Oh Gott“, habe die Mutter eher emotional reagiert und vor Schreck fast den Kaffee wieder ausgespuckt, während der eher rational veranlagter Vater „Na dann, viel Glück!“ gewünscht hatte. Als Nesthäkchen mit zwei Schwestern aufgewachsen, habe sie der Familie, in der sie sich als Einzige politisch engagiere, alle Ehre gemacht.

Die Stadt Hessisch Lichtenau habe sie bereits als jugendliche Reiterin für Springturniere mehrfach aufgesucht, heute fühle sie sich neben der Arbeit dem Handball in ihrer Heimatstadt Wanfried verbunden. Durch die Verbindung zum Sport sei ihr auch die Förderung des Projekts „Inklusion durch Sport“ eine Herzensangelegenheit.

„Das wollen sie nicht hören“, erteilte sie jedoch denen eine Absage, die sie, ganz im Stil von Ina Müller in ihrer Sendung „Ina’s Nacht“, singen hören wollten. Unmusikalisch ist sie trotzdem nicht, denn, wie sie verriet, spielt sie Gitarre und Klavier. Ihr Lieblingsplatz ist eine Bank über Grebendorf mit Blick über das Werratal, ihren Urlaub verbringt sie gern an der Ostsee am Timmendorfer Strand, so wie schon als Kind mit ihren Eltern. Und nach einem vollen Terminkalender könne sie beim stupiden Rasenmähen auf ihrem 1680 Quadratmeter großen Grundstück gut entspannen.

Auf die Frage nach ihren Zielen folgt die Antwort, ohne groß überlegen zu müssen: „In sechs Jahren wieder zu kandidieren.“ Bis dahin will sie einiges erreicht haben. Unter anderem stehe die Förderung des Tourismus an, der Ausbau des zivilen Bevölkerungsschutzes, die Entwicklung der Kreisverwaltung zu einer topmodernen Einrichtung, der Ausbau von Windenergie, Fotovoltaikanlagen und Wasserstofftechnik, das Schaffen von Arbeitsanreizen für junge Menschen und ein gezieltes Angebote für Senioren, um die ältere Generation nach Corona wieder mehr zusammenzubringen. (zlr)

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