200 Teilnehmerinnen kamen zum Weltfrauentags-Event in Hessisch Lichtenau

+
Die Veranstalterinnen: Anita Magnusson (von links), Monika Walenta-Müller, Brigitte Hildmann (alle Kulturfördergemeinschaft Hessisch Lichtenau), Petra Hartwig und Doris Pöllmann (beide IG BCE) gestalteten für 200 Frauen den Weltfrauentag im Bürgerhaus von Hessisch Lichtenau.

Hessisch Lichtenau. 200 Frauen waren am Dienstagabend zum Weltfrauentag ins Bürgerhaus gekommen. Sie diskutierten unter dem Motto "Heute für morgen Zeichen setzen".

Offensichtlich hat der Aktionstag, der weltweit seit über 100 Jahren darauf abzielt, Frauen im beruflichen wie im gesellschaftlichen Leben mit Männern gleichzustellen, einen festen Platz im Terminkalender der Lichtenauerinnen.

In der dritten Auflage der gemeinsamen Veranstaltung freuten sich Doris Pöllmann (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie / IG BCE) und Monika Walenta-Müller (Kulturfördergemeinschaft Hessisch Lichtenau) erneut über ein volles Haus. Dass alle Frauen mit einem Röschen in den Saal gekommen waren, hatten sie Stefan Wicke zu verdanken: Der Bürgermeisterkandidat der SPD hatte im Foyer jeder eine Blume überreicht.

Wie im vergangenen Jahr lautete das Motto des Weltfrauentags auch diesmal „Heute für morgen Zeichen setzen“. In ihrer Begrüßungsrede hatte Doris Pöllmann gelobt, dass Frauen zwar immer häufiger beschäftigt sind, jede zweite aber nur in Teilzeit arbeite, und das über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg. Das wirke sich nicht nur nachteilig auf Einkommen und Karriere aus, sondern auch auf die soziale Sicherung.

Zum Thema Gleichstellung der Frau bezog Referentin Petra Hartwig von der IG BCE aus Kassel Position. Sogar im eigenen Umfeld hatte sie die fragwürdige Beobachtung gemacht, dass selbst ihre Kolleginnen sich der männlichen Form als Gewerkschaftssekretär bedient hätten, um mehr Wertschätzung zu erfahren, anstatt nur als Sekretärin abgestempelt zu werden.

Selbst an der Steuererklärung könne man erkennen, dass der Staat nach wie vor davon ausgehe, dass der Mann für das Einkommen zuständig sei, beklagte Hartwig die mangelnde Gleichstellung von Mann und Frau. In der Adresszeile sei grundsätzlich die Rede von „Steuerpflichtiger und Ehefrau“.

Im kulturellen Teil der Veranstaltung stand die Frauenrechtlerin Elisabeth Selbert (1896) im Mittelpunkt. Brigitte Hildmann und Anita Magnusson hatten mit Unterstützung der Journalistin Antje Dertinger einiges über die Kasselerin erfahren, die Mitte des 20. Jahrhunderts durch ihr Engagement die Öffentlichkeit, die Frauenverbände und die Gewerkschaften für die Rechte der Frauen mobilisierte.

Am Ende der Veranstaltung ging der Spendenkorb durch die Reihen. Etwa 600 Euro kamen zusammen, die für die Arbeit der „Arche“ in der Lossestadt bestimmt sind.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.