Bei Helsa-Eschenstruth und Hess. Lichtenau

Tunnelbaustelle: Rotbraune Pampe auf B7 versaut Autos

Helsa/Hess. Lichtenau. Wer während eines Regenschauers oder kurz danach mit seinem Auto auf der Bundesstraße 7 zwischen der Waldhofkurve bei Helsa-Eschenstruth und Hess. Lichtenau unterwegs ist, kann gleich einen Stopp an einer Waschanlage einplanen.

Denn nach nur wenigen Hundert Metern auf der Bundesstraße hat das Auto seine Farbe verändert: Statt grün oder blau ist der Wagen nun rotbraun.

Die Brühe auf der Fahrbahn stammt von den Reifen der großen Lastwagen, die seit einem Jahr das Erdreich aus der Tunnelbaustelle der A44 zur Deponie Hirschberg bei Wickenrode transportieren. Über 500 Mal täglich rollen die Lastwagen vom Portal des Hirschhagen-Tunnels an Eschenstruth vorbei, durch Fürstenhagen und dann weiter in Richtung Friedrichsbrück.

Doch nicht nur die Autos sind von einem rotbraunen Schmutzfilm überzogen. Besudelt sind auch Böschungen, Leitpfosten und sogar der Gehweg entlang der Leipziger Straße in Fürstenhagen.

Ärgern müssen sich nicht nur Autofahrer, die in Fahrtrichtung Osten unterwegs sind: Auch der Gegenverkehr bekommt regelmäßig etwas von dem Dreck ab. Zwar werden die Reifen der Lastwagen gereinigt, bevor die Transporter die Baustelle verlassen und nachdem sie ihre Fracht auf der Deponie abgekippt haben.

Video: Probleme 600 Meter im Berg

Restlos von dem hartnäckigen Buntsandsteinstaub ließen sich die Lastwagen allerdings nicht befreien, sagte Horst Sinemus, Sprecher der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil, am Dienstag auf HNA-Anfrage. Die Baufirma sei verpflichtet, die Lastwagen und die Straße zu reinigen. „Das wird auch kontrolliert.“ Absolute Priorität habe dabei die Verkehrssicherheit. Will heißen: Autos und Motorräder dürfen durch die Baustellenrückstände nicht ins Schleudern geraten.

Die Grüne Liste Helsa fordert derweil, der Verursacher des Drecks müsse die Kosten für die Reinigung der Autos übernehmen. Hessen-Mobil-Sprecher Sinemus sieht aktuell keine Grundlage für eine derartige Forderung. „Gewisse Beeinträchtigungen“ durch Baustellen müssten hingenommen werden.

Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) hat die Baufirma schon häufiger auf Verunreinigungen hingewiesen. „Die waren dann immer schnell zur Stelle und haben sauber gemacht.“

Von Peter Ketteritzsch

Rubriklistenbild: © Infografik

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