Viele Hessisch Lichtenauer wollen bei Flüchtlingsintegration helfen

Hessisch Lichtenau. Bis zu 1000 Flüchtlinge sollen demnächst im Industriegebiet „Im Senkefeld“ in Hessisch Lichtenau untergebracht werden. Trotz vieler Sorgen, ist dennoch eine große Zahl der Einwohner bereit, sich bei der Integration der Flüchtlinge einzubringen und das Miteinander zu gestalten.

Der falsche Weg, findet Siegfried Kornrumpf (76) sei es, die Flüchtlinge in Zelte einzuquartieren. „Ich bin Jahrgang ‘39, ich habe selbst erlebt, wie Menschen aufgrund des Krieges aus ihrer Heimat flüchten mussten“, sagt Kornrumpf. Seine Idee: Wer ein freies Zimmer habe, könne es zur Untermiete anbieten. Damit finde die Integration gleich eins zu eins mit den Vermieter statt. Auch Hans-Peter Breithaupt findet Zeltunterkünfte nicht optimal. „Ich bin frisch gebackener Großvater. So etwas wie mit dem ertrunkenen Dreijährigen an der türkischen Küste darf nicht passieren. Deswegen sollten wir den Flüchtlingen helfen, bei uns anzukommen“, sagt der 71-Jährige,

Die Befragten schlugen dafür vieles vor, darunter Hilfe bei Behördengängen und Spielkreise für die Flüchtlingskinder. „Wenn man Kindern etwas Freude bereitet, hilft das auch den Eltern“, meint Jutta Gripper (55). „Sie können ins Gespräch kommen und Vorurteile klären.“ Schon der Kontakt zueinander und gegenseitige Rücksicht könnten das Miteinander verbessern, meint Erika Heinemann (73) aus Eschenstruth. Die Integration über Sportvereine und über die Kirche habe ihrer Erfahrung nach bisher gut geklappt.

Weil die Zahl der Flüchtlinge steigt, beschloss Ellen Schüller aus Rommerode, aktiv zu helfen. Die leidenschaftliche Strickerin stellt Kinderbekleidung her. Einen Karton voller Wolljacken, Pullover und Socken habe sie schon bei der Arche in Hessisch Lichtenau abgegeben.

Auch Gudrun Laudenbach spielt mit dem Gedanken, sich zu engagieren. „Die Diakonie hat super Hilfsprogramme. Die Flüchtlinge könnten vorrübergehend auch bei der Seniorenbegleitung helfen, beim Einkaufen zum Beispiel. Oder einfach nur für Gespräche da sein und nebenbei Deutsch lernen“, schlägt die 62-Jährige vor. Angelika Bremer (57) aus Hessisch Lichtenau ist die Menschlichkeit am Wichtigsten: „Es hilft schon zu lächeln statt wegzusehen, wenn man sich auf der Straße begegnet, um jemanden willkommen zu heißen.“

Hintergrund:

Auch wenn die Hilfsbereitschaft groß ist, bittet das DRK Hessisch Lichtenau, noch keine Kleiderspenden abzugeben, weil Annahme und Weitergabe bislang nicht organisiert sind.

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