Unbekannter entsorgte seinen Malermüll illegal an der alten B 7

Gift für die Natur: An der alten B7 zwischen Eschenstruth und Fürstenhagen hat ein Unbekannter Maleruntensilien illegal entsorgt, obwohl alte Farbtöpfe kostenlos abgegeben werden können. Foto:  nh

Hessisch-Lichtenau. „Altfarben können kostenlos bei uns abgegeben werden“, sagt Richard Marx von der Abfallentsorgungsanlage „Am Breitenberg“ im Meißner-Ort Weidenhausen.

Unter dieser Voraussetzung ist es noch unverständlicher, dass jetzt ein Unbekannter an der alten Bundesstraße 7 zwischen Eschenstruth und Fürstenhagen seinen Malermüll entsorgte - vor allem alte Farbtöpfe.

Ein Spaziergänger hatte die Umweltverschmutzung bemerkt, Fotos gemacht und Hessen-Forst informiert. Günter Groß, Bereichsleiter Dienstleistung bei Hessen-Forst sagt dazu: „Das ist eine Ordnungswidrigkeit und kann bei bestimmten Stoffen oder Mengen auch eine Straftat sein. Die Strafen dafür können bis in den fünfstelligen Bereich gehen.“ Um die Beseitigung des Mülls müssten sich meistens die Kommunen kümmern, so Groß. „Der Grundstückseigentümer hat im Staatsgebiet die Beseitigungspflicht. Er muss die Kosten dafür tragen.“ Im Böschungsbereich von Kreis-, Bundes- oder Landesstraßen sei die zuständige Straßenmeisterei verantwortlich.

„Das passiert leider immer wieder und ist kein Einzelfall“, sagt Günter Groß. Diese Ansicht hat auch Polizeisprecher Jörg Künstler: „Es kommt regelmäßig vor, dass Müll an Parkplätzen und in der Natur beseitigt wird.“ Meistens könne man die Täter nicht ermitteln. „Es kommt immer darauf an, wie gerissen sie sich anstellen. Manchmal finden wir im Hausmüll noch Briefe mit Namen.“ Bei Bauabfällen sei es aber schwierig.

Täter vor Zeugen geflüchtet 

Einen solchen Fall gab es am Wochenende in der Gemarkung Stiedenrode. Zwei Jäger hatten einen Mann dabei beobachtet, wie er seine Bauabfälle dort ablud. Als dieser flüchtete, konnten sie das Kennzeichen erkennen und die Polizei hofft, so den Täter ausfindig machen zu können.

„Wenn der Täter nicht ermittelt werden kann, wird es teilweise ziemlich teuer für die Kommunen“, sagt Künstler. Vor einiger Zeit habe es einen Fall gegeben, bei dem Altöl illegal entsorgt wurde und die Kosten für die Entsorgung anschließend von einer Gemeinde getragen werden mussten. Auch Bettina Ludwig vom Ordnungsamt Hessisch-Lichtenau kennt diese Fälle: „Wenn beispielsweise Altöl ins Wasser gekippt wird, dann handelt es sich um eine Straftat. Es kommt immer auf die Menge und die Stoffe an.“

Strafen: 200 Euro aufwärts  

Eine Ordnungswidrigkeit sei die illegale Entsorgung des Mülls aber immer. „Die Strafen gehen ab 200 Euro los. Je nach Umfang und Art kann es dann sehr viel teurer werden“, so Ludwig.

Von Maximilian Bülau

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