Lebensgefahr für Spaziergänger

Unbekannter fällt Bäume in Fürstenhagen ohne Erlaubnis

Vandalismus: Die Weide war so stark angesägt, dass sie jederzeit umzustürzen drohte. Foto: Reimann/nh

Fürstenhagen. Bei Fürstenhagen fällen und beschneiden Unbekannte immer wieder ohne Erlaubnis Bäume.

Knapp hundert Jahre war die Weide alt, die Thomas Reimann Mitte Mai bei einem Spaziergang im Feld bei Fürstenhagen angesägt vorgefunden hat - mit einer so starken Einkerbung, dass er die Stadtverwaltung informierte, die den Baum gleich fällte.

Stark beschädigte Bäume mussten gefällt werden.

Nicht zum ersten Mal wurden Bäume durch Unbekannte beschnitten oder komplett abgeholzt, sagt Reimann. Dass ein Baum so stark angesägt wird, dass er jederzeit auf einen Weg, der bei Spaziergängern und Reitern beliebt ist, stürzen könne, sei jedoch neu. „Das war lebensgefährlich“, ist sich der Fürstenhagener sicher. Daher informierte er die Stadtverwaltung und die Untere Naturschutzbehörde.

„Grundsätzlich ist das Fällen von großen alten Bäumen als zulassungspflichtiger Eingriff im Sinne des Naturschutzrechts zu werten“, erklärt Sylvia Weinert vom Landkreis. Generell sei das Zurückschneiden oder Fällen von Gehölzen innerhalb der Brut- und Setzzeit nach dem Bundesnaturschutzgesetz untersagt, es sei denn im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Neben einem Ordnungswidrigkeitsverfahren komme auf den Verursacher gegebenenfalls die Auflage zu, als Ausgleich neue Bäume nachzupflanzen.

Laut Sylvia Weinert hat die Untere Naturschutzbehörde durch Thomas Reimann das erste Mal davon erfahren, dass Bäume bei Fürstenhagen unrechtsmäßig gefällt wurden.

Der Stadtverwaltung Hessisch Lichtenau ist schon länger bekannt, dass Unbekannte Hand an Bäume legen, die nicht gefällt werden müssen und die ihm vermutlich nicht gehören, berichtet ein Mitarbeiter. Und das, obwohl zum Beispiel an den dort fließenden Gewässern nur Bäume gefällt oder beschnitten werden dürfen, wenn sie etwa den Wasserabfluss behindern oder Äste landwirtschaftlichen Maschinen im Weg sind. Was bei der Weide nicht der Fall war. Zumal sie wahrscheinlich Wildbienen zur Nahrung gedient haben dürfte.

Angesichts des Zustandes blieb den Stadtmitarbeitern nur, die Weide zur Gefahrenabwehr von ihrem Standort auf einem Privatgrundstück auf den daneben liegenden öffentlichen Weg zu ziehen. Beseitigen muss das Holz der Besitzer der Wiese, auf der die Weide stand.

Der ist entsprechend verärgert über die Tat des Unbekannten. Er habe Strafantrag gestellt, berichtet Jörg Jänchen. Noch weiß er nicht, ob neben der Arbeit, den Baum entsorgen zu müssen, Kosten auf ihn zukommen. „Für mich ist es nur Arbeit und Ärger“, sagt er. Für die Tiere, die sein Schwager ab und an auf die Wiese stellt, wird zudem künftig ein wertvoller Schattenspender fehlen. Von ihm liegen nur noch Teilstücke neben der Weide. 

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