Velmeden: Motorradunfall führt zum Liebesglück

Irene und Karlfried Stederoth aus Velmeden feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Irene Stederoth, geborene Jakob, und ihr Ehemann Karlfried leben in Velmeden
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Seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Irene Stederoth, geborene Jakob, und ihr Ehemann Karlfried leben in Velmeden.

Wegen eines Motorradunfalls kommt Karlfried Stederoth aus Kirchhosbach, heute Waldkappel, 1960 in die Lungenheilstätte am Hohen Meißner. Dadurch lernt er seine heutige Frau kennen.

Velmeden – In dieser Zeit lernt er in Velmeden die gleichaltrige Irene Jakob kennen. Bereits im Jahr darauf läuten für die beiden am 11. November die Hochzeitsglocken. Das ist 60 Jahre her, heute feiert das Paar seine Diamantene Hochzeit.

Karlfried ist sportbegeistert. Er spielt als Jugendlicher im benachbarten Bischhausen im Verein Fußball. Doch nach seinem Motorradunfall heilt ein kleiner Riss in der Lunge nicht so schnell aus wie gedacht. Das Fußballspielen muss er einstellen, außerdem weist ihn sein Arzt für ein halbes Jahr in die Meißner-Heilstätte ein. Die Ausgänge an den Wochenenden nutzt Karlfried zusammen mit seiner Clique regelmäßig, um Ausflüge in die Gaststätte Schulze ins etwa zwei Kilometer entfernte Velmeden zu machen.

Dort lernt er Irene kennen. Wenn die Musikbox läuft, fordert er sie immer wieder zum Tanzen auf. Dass es wegen der Infektionsgefahr eigentlich keinen Kontakt zu Patienten der Heilstätte, in der auch Tuberkulose behandelt wird, geben soll, stört Irene nicht, schließlich wird Karlfried ja aus einem anderen Grund dort behandelt.

Als Karlfried nach einem halben Jahr als geheilt entlassen wird und wieder in Kirchhosbach wohnt, reißt der Kontakt trotzdem nicht ab. Anfangs kommt er mit dem Zug bis ins benachbarte Walburg, wo ihn Irenes Schwester mit dem Auto abholt, bis er selbst eins besitzt.

Irene Stederoth, geborene Jakob, und ihr Ehemann Karlfried sie als Brautpaar bei ihrer Hochzeit 1961.

Damit unternehmen die beiden Tagesausflüge bis an den Edersee und zum Herkules. Am 9. September 1961 verlobt sich das Paar, geheiratet wird schließlich acht Wochen später am 11. November. Nach der Trauung am Vormittag im Standesamt in Walburg erteilt ihnen am Nachmittag Pfarrer Wilhelm Schäfer in der Velmedener Dorfkirche Gottes Segen.

Der Bräutigam zieht danach in Irenes Elternhaus ein. Im Jahr darauf wird Tochter Heidi geboren, ihr folgen die Geschwister Jörg, Meik und Silke. Die haben den beiden mittlerweile zehn Enkelkinder beschert, auch vier Urenkel gehören inzwischen dazu. Sie feiern heute mit Verwandten und Freunden im Landhotel Hubertus in Velmeden. Pfarrer Oliver Heinemann hat für eine Andacht zugesagt.

Beruflich hat sich Karlfried Stederoth vom gelernten Maurer zum Polier hochgearbeitet. Ehrenamtlich war er 13 Jahre als Ortsvorsteher tätig, leitete 33 Jahre den Velmedener Männergesangverein und war sechs Jahre Vorsitzender bei den Fußballern der Spielgemeinschaft Meißner. Irene machte als junge Frau eine Ausbildung zur Weberin und kümmerte sich mit der Geburt ihrer Kinder um den Haushalt. Dem Frauenkirchenchor der Gemeinde gehörte sie 30 Jahre an. (Von Lothar Röß)

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