Kirchengemeinde feiert mit Andacht

Velmedener freuen sich auf das erste Läuten ihrer restaurierten Glocke

Begrüßten die Glocke: Mitglieder vom Kirchenvorstand und Gemeindemitglieder aus Velmeden zusammen mit Pfarrer Olliver Heinemann (rechts neben der Glocke).
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Begrüßten die Glocke: Mitglieder vom Kirchenvorstand und Gemeindemitglieder aus Velmeden zusammen mit Pfarrer Olliver Heinemann (rechts neben der Glocke).

Ab heute erklingt in Velmeden wieder ein vollständiges Glockengeläut. Im September musste die Glocke ausgebaut werden, weil eine Restaurierung notwendig war. Am Donnertagvormittag wurde sie von einer Spedition zurück in den Hessisch Lichtenauer Stadtteil gebracht und bereits am Nachmittag wieder an ihrem angestammten Platz, hoch im Glockenturm, aufgehängt.

Velmeden – Seit 1350 klingt die Glocke, die jetzt wieder in der Kirche zu Velmeden hängt. „Das ist schon etwas Besonderes, sie hat Kriege und Plünderungen überstanden“, sagt Pfarrer Dirk Rehbein. Ob sie all die Jahre über immer in Velmeden war, ist ungewiss. Sicher aber hängt sie seit vielen Jahren schon dort. Zuerst allein, seit den 1970er Jahre ist sie eine von drei Glocken in der Velmedener Kirche.

Jetzt war sie ein halbes Jahr lang nicht zu hören. Bei einer Routineüberprüfung wurden Risse in der Glockenkrone gefunden, erzählt Pfarrer Olliver Heinemann, der seit Kurzem für Velmeden und Hausen zuständig ist. Die Risse hätten zwar den Klang nicht beeinträchtigt, aber die Gefahr, dass sie irgendwann im Glockenturm abstürzen könnte, war gegeben.

Also wurde die Glocke zur Glockengießerei Bachert in Neuenkirchen (Baden-Württemberg) gebracht. Dort wurde eine neue Krone gegossen, die bei mehr als 1000 Grad Celsius mit der alten Glocke verschmolzen ist.

Heute soll sie das erste Mal nach ihrer Rückkehr erklingen. Mit einer Andacht ab 9 Uhr wollen die Gemeindemitglieder zusammen mit dem Kirchenvorstand und Pfarrer Olliver Heineman die Rückkehr der Glocke feiern.

In 15 Metern Höhe wird die historische Velmedener Glocke künftig wieder hängen. Für Kai Schwarz und Edin Hanic von der Gießerei keine leichte Aufgabe, sie an ihrem Platz hoch im Turm aufzuhängen. Wiegt das gute Stück doch fast 300 Kilogramm. Um sie überhaupt ausbauen zu können, so Pfarrer Heinemann, habe man sowohl den Motor von der Orgel als auch einen Zwischenboden im Turm vorübergehend entfernen müssen.

Mit einer elektrischen Winde und viel Geduld brachten die Experten die Glocke zurück in den Turm. Das Schwierigste daran: „Sie nicht fallen zu lassen“, lacht Kai Schwarz. Er habe aber schon viele Glocken in seinem Leben aufgehängt und bisher habe noch jede ihren Platz gefunden. Pfingstsonntag gibt es einen weiteren Gottesdienst zu Ehren der Glocke. Er findet ebenfalls in Velmeden vor der Kirche statt, ab 10 Uhr.  (hbk)

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