Verein wird umstrukturiert

Arche in Hessisch Lichtenau bekommt hauptamtliche Leitung

Will ihren Posten als Vereinsvorsitzende abgeben: Gerda Brückmann war 1996 eines der Gründungsmitglieder der Arche in Hessisch Lichtenau.
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Will ihren Posten als Vereinsvorsitzende abgeben: Gerda Brückmann war 1996 eines der Gründungsmitglieder der Arche in Hessisch Lichtenau.

Einen ehrenamtlichen Nachfolger für den Vorsitz der Arche in Hessisch Lichtenau konnte nicht gefunden werden, deswegen soll das Familienzentrum demnächst von einer hauptamtlichen Leitung geführt werden.

Hessisch Lichtenau – Hinter den Kulissen verändert sich einiges in der Arche in Hessisch Lichtenau. Drei Jahre lang versuchte Gerda Brückmann, einen ehrenamtlichen Nachfolger für ihren Posten als Vereinsvorsitzende zu finden. Nun wird das Konzept der Arche geändert.

„Ich hätte den Posten damals auch nicht übernommen, wenn ich gewusst hätte, was auf uns zukommt“, sagt Brückmann, die kürzlich 70 geworden ist. Sie war eines der Gründungsmitglieder. Im Februar werden es 25 Jahre, dass es die Arche gibt.

Um das Nachfolgerproblem zu lösen, wird die Struktur des Vereins umgestellt. Geplant ist, dass die Arche zukünftig nicht mehr ehrenamtlich, sondern von einem hauptamtlichen Einrichtungsleiter geführt wird und der Verein von drei gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern.

„Angefangen hat alles mit einer Bäckersfrau, die sich ärgerte, all die Backwaren, die am Tag nicht verkauft werden konnten, abends wegschmeißen zu müssen“, erinnert sich die gelernte Sozialpädagogin. Deswegen begannen sie und Freiwillige der katholischen Kirche nach Menschen zu suchen, die das Brot gut gebrauchen konnten. Nach drei Jahren versorgten sie bereits 150 bedürftige Personen mit Lebensmitteln.

Später hatte auch ein Zivi des Caritasverbandes seine Einsatzstelle bei der Arche und der Verein konnte ein eigenes Auto anschaffen, mit dem die Lebensmittel verteilt wurden. „Wir haben 15 Jahre lang die Nahrungsmittel von Haus zu Haus gefahren“, berichtet Brückmann.

Die Arche ist seit 2002 in der Heinrichstraße in Hessisch Lichtenau angesiedelt und beschäftigt inzwischen fünf Personen mit Arbeitsverträgen in Teilzeit.

Neben der Ausgabe der Lebensmittel betreibt der Verein auch eine Kleiderkammer, betreut Schulkinder, unterstützt Obdachlose, hilft bei familiären Schwierigkeiten und bei Gesprächen mit Behörden, veranstaltet Seniorencafés und vieles mehr.

Finanziert wird die Arbeit des Vereins über private Spenden, öffentliche Mittel und weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Die Stadt und der Landkreis unterstützten die Arche finanziell und auch das Land Hessen gibt etwas dazu. „Wer aber Personalkosten kennt, weiß, dass es bei Weitem nicht reicht“, berichtet Brückmann.

Deswegen sind die Vereinsmitglieder auch immer dankbar, wenn einige vom Amtsgericht verhängte Geldstrafen an die Arche gehen. „Allerdings wissen wir vorher nie, wie viel Geld wir in der Kasse haben werden“, erklärt Brückmann die Planungsunsicherheit.

Während all der Jahre bei der Arche hatte Gerda Brückmann häufig Sorge, ob ihre Entscheidungen denn auch die Richtigen waren. „Ich weiß noch: Wir hatten mal einen Zivi, der einen Unfall mit dem Arche-Auto hatte und das danach Schrott war“, erinnert sie sich. Sie habe dann bei der Caritas nachgefragt, ob sie ihr mit einem gebrauchten Wagen helfen könnten. Die waren jedoch der Meinung, ein neues Fahrzeug wäre besser, und gaben 5000 Euro dazu.

„Ein neues Auto hätte uns aber 15 000 Euro gekostet“, sagt Brückmann. 10 000 Euro musste sie also noch organisieren. Deswegen bat sie eine Stiftung um Hilfe, die tatsächlich weitere 5000 Euro zur Verfügung stellte. Am Abend rief dann plötzlich der Lions-Club an und bot ebenfalls eine Spende von 5000 Euro an. „Morgens noch dachte ich, ‘Das war’s’ – und am Abend hatte ich auf einmal 15 000 Euro zusammen“, erzählt Gerda Brückmann noch immer begeistert.  (Evelyn Paul)

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