25 Jahre in Hessisch Lichtenau

Viele werden ihn vermissen: Pfarrer Peter Möller geht in den Ruhestand

Seine Trompete will Peter Möller auch im Ruhestand fleißig weiterhin spielen. Der langjährige Hessisch Lichtenauer Pfarrer wird zum 1. April pensioniert.
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Seine Trompete will Peter Möller auch im Ruhestand fleißig weiterhin spielen. Der langjährige Hessisch Lichtenauer Pfarrer wird zum 1. April pensioniert.

25 Jahre lang betreute er Gläubige in Hessisch Lichtenau und Günsterode: Nun wird Pfarrer Peter Möller in den Ruhestand verabschiedet.

Festliche Blechbläsermusik empfängt den Besucher im großen Wohn- und Esszimmer an der Aschrottstraße. „Endlich habe ich Zeit, die vielen schönen CDs anzuhören“, erzählt Peter Möller. Seit fünf Monaten wohnen er und seine Frau Elke nun schon im Ruhesitz in Kassel, haben das große Pfarrhaus an der Lichtenauer Gustav-Siegel-Straße gegen die rund 100 Quadratmeter große Eigentumswohnung in der Nachbarschaft der Stadthalle eingetauscht.

Pensionsbeginn ist offiziell am 1. April, die Verabschiedung in der Stadtkirche am Ostermontag. Zurzeit genießt Peter Möller den Resturlaub. Nach 25 Jahren als Pfarrer in Hessisch Lichtenau und Günsterode beginnt für den Seelsorger ein neuer Lebensabschnitt, der nicht mehr von Gottesdienstvorbereitungen, Gremienarbeit, Unterricht, Predigten und all den pfarramtlichen Aufgaben geprägt sein wird. Vor Langeweile hat der 64-Jährige keinerlei Angst. Auch ohne den Talar hat er genügend Tätigkeitsfelder. „Ich habe zwei Enkel, für die der Opa greifbar ist“, erzählt er stolz.

Auch bei der Weinakademie Schwalm-Eder, deren Gründungsmitglied er ist, will der Liebhaber und Kenner edler Tropfen sich mehr widmen. Stolz zeigt er auf den Weinkühlschrank im Wohnzimmer, den die Kinder ihm geschenkt haben und in dem er seine „Handweine“ aufbewahrt. Der Günsteröder Tischtennis-Mannschaft wird er auch weiterhin die Treue halten. Vergangenes Jahr ist er sogar mit dem Partner Kreismeister im Doppel geworden.

Und dann ist da natürlich seine ganz große Liebe, die Blasmusik. Dem Evangelischen Bläserkreis in Hessisch Lichtenau wird er nur noch in Notfällen helfend zur Seite stehen. Seine Fühler nach einem neuen Chor hat er aber schon ausgestreckt. „Du kannst als Posaunenbläser hinkommen, wo du willst, du bist gleich willkommen und per Du“, erzählt er mit glänzenden Augen.

Viel verrät das über den Menschen und Pfarrer Peter Möller: Standesdünkel oder intellektueller Hochmut sind ihm fremd. „Weil Menschen Menschen brauchen“ – der Titel einer kirchlichen Werbebroschüre für das Theologiestudium aus 1974 ist für ihn bis heute Berufsbeschreibung, war ihm in allen Tätigkeitsfeldern Verpflichtung.

Das Dörfliche war wertvoll

Das Dörfliche, die kleinteiligen Lebenszusammenhänge waren ihm immer wertvoll. Nie hat er vergessen, wo er herkommt: die Kindheit und Jugend in Cornberg, der dortige CVJM-Posaunenchor, der sich nicht auf fromme Weisen beschränkte, sondern auch bei Kirmessen spielte. Folgerichtig blies Möller seine Trompete in der ersten Pfarrstelle Gensungen nicht nur im Posaunenchor, sondern auch bei den Dorfmusikanten und bei Umzügen: „Das Marschieren hatte ich schon in Cornberg gelernt“. Religiös wurde er von den Pfarrern geprägt, die am Gymnasium in Sontra Religion unterrichteten, und von der Oma, die überhaupt eine große Rolle in seinem Leben spielte. Sie konnte spannend aus ihrem Leben erzählen, aber immer auch von biblischen Geschichten.

Die Vielfalt der Gemeinde, die Zahl der Gruppen und Aktivitäten in der Lossestadt hat ihn immer fasziniert. Wichtig war ihm die Kindertagesstätte und die Zusammenarbeit im Gesamtverband. Sein ganz besonderes Herzblut steckt in dem Männerkreis. Vorträge, Ausflüge, Besichtigungen – begeistert erzählt er von den Aktivitäten mit den Männern, von denen viele Freunde geworden sind.

Sehr zufrieden ist er zurzeit mit der Fußball-Bundesliga, genauer mit seinem 1. FC Köln, dessen Spiele er im Fernsehen über Sky verfolgt.

Am 13. April wird Dekanin Ulrike Laakmann ihn verabschieden. Die Lossestädter und die Günsteröder werden ihn vermissen.

Aufgewachsen in Cornberg

Peter Möller wurde 1956 in Bebra geboren, wuchs in Cornberg auf, besuchte dort die Grundschule. 1975 legte er am Gymnasium in Sontra sein Abitur ab. Sein Theologiestudium absolvierte er an der Kirchlichen Hochschule Bethel und den Universitäten Göttingen und Marburg. Nach dem ersten theologischen Examen war er Vikar in Gemünden an der Wohra. Nach dem zweiten Examen war er von 1983 bis 1995 Pfarrer in Gensungen. Seit dem 1. April 1995 hatte er die Stelle Hessisch Lichtenau III inne, zu der Günsterode gehört. Möller ist seit 1984 mit seiner Frau Elke verheiratet. Das Paar hat eine Tochter, zwei Söhne und zwei Enkel.

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