Von der Bühne vor den Traualtar

Erika und Erwin Blum aus Wickersrode feiern heute ihre Eiserne Hochzeit

Feiern Eiserne Hochzeit: Erika und Erwin Blum
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Feiern Eiserne Hochzeit: Erika und Erwin Blum

Erika und Erwin Blum aus dem Lichtenauer Ortsteil Wickersrode feiern heute ihre Eiserne Hochzeit.

Wickersrode – Als Laienspieler stand Erwin Blum aus Wickersrode 1953 im Nachbarort Reichenbach auf der Bühne, spielte im Stück „Der Berghofbauer“ den Rechtsanwalt. Erika Hartung saß unter den Zuschauern und lernte den 21-Jährigen im Anschluss an der Theke näher kennen. Zwei Jahre später stand das Paar vor dem Traualtar, heute feiern die Beiden im Lichtenauer Stadtteil Wickersrode Eiserne Hochzeit.

Erwin und die drei Jahre jüngere Erika aus Reichenbach kannten sich zwar vom Sehen aus der Schulzeit – die Kinder beider Orte wurden während des Zweiten Weltkriegs des Öfteren gemeinsam unterrichtet – zu einem näheren Kontakt war es aber bis zu jenem Theaterabend nicht gekommen. Nach zwei Aufführungen im kleinen Nebenraum der damaligen Gaststätte Hollstein in Wickersrode hatte die Gruppe den Wunsch, einmal vor größerem Publikum zu spielen. Im Saal der Gaststätte Vogt in Reichenbach hätten die Bedingungen dafür kaum besser sein können.

Erika und Erwin legten an dem Abend den Grundstein für ihr gemeinsames Leben. Beim Austausch in der lockeren Thekenrunde fanden sich beide sympathisch und verabredeten sich gleich fürs nächste Wochenende. Erwin, der im elterlichen Betrieb eine Ausbildung zum Stellmacher absolviert hatte und inzwischen als Waldfacharbeiter im Forst arbeitete, besaß bereits ein Motorrad. „Jeden Sonntagabend holte ich Erika in Reichenbach ab und dann fuhren wir ins Kino nach Hessisch Lichtenau“, erinnert sich der heute 86-Jährige noch genau.

Das Brautpaar 1955: Erika und Erwin Blum.

Nach heimlicher Verlobung fand am 24. September 1955 die Hochzeit statt. Am Samstag ließ sich das junge Paar standesamtlich in Reichenbach trauen, am Sonntag gab ihnen Pfarrer Morgenstern in der Wickersröder Kirche Gottes Segen. Zu der Zeit war die junge Braut bereits schwanger. Im Dezember brachte sie Sohn Wolfgang zur Welt, fünf Jahre später folgte Tochter Birgit. 20 Jahre wohnte die junge Familie in Erwins Elternhaus, dann bauten sie nur ein Steinwurf entfernt an der Ortsdurchfahrt ihr neues Haus, überwiegend in Eigenleistung. Mit sechs Fremdenzimmern im Obergeschoss unterstütze das Paar den Tourismus in dem anerkannten Luftkurort. In den Jahren kam auch der eigene Urlaub mit zahlreichen Aufenthalten im österreichischen Ötztal und so manchem Abstecher nach Südtirol nicht zu kurz.

Erwin Blum war nicht nur im Gesangverein aktiv, sondern auch im Schützenverein. 1965 gelang es ihm, als Mitarbeiter der Firma Reolit in Hirschhagen eine Baracke, in der zuvor Gastarbeiter untergebracht waren, als Schießstand mit Aufenthaltsraum für den erst sechs Jahre alten Verein zu organisieren und sicherte den Schützen damit auch noch die Abrissprämie von 300 Mark. 1982 brannte das „Schützenhaus“ restlos ab.

Feiern wollen die Jubilare ihr Hochzeitsjubiläum heute im Kreis der Familie, dazu zählen inzwischen zwei Enkel und zwei Urenkel.  zlr

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