Wahl zum Parlament: Bürgerliste nimmt SPD in Hessisch Lichtenau die Sitze weg

Bürgermeisterwahl in Hessisch Lichtenau: Großer Andrang herrschte im Rathaus-Saal, wo mit Spannung das Ergebnis auf einer großen Leinwand erwartet wurde. Schnell zeichnete sich ein Trend zugunsten der beiden Kandidaten Michael Heußner (37,1 Prozent, stehend 3. von rechts) und Stefan Wicke (26,7 Prozent, sitzend 3. von rechts) ab. Foto: Metzler

Hessisch Lichtenau. Gleich mehrere Überraschungen brachte der Wahlsonntag für die Zusammensetzung des Hessisch Lichtenauer Stadtparlaments.

Die SPD, traditionell stärkste Kraft im Gremium, verteidigt zwar noch ihre Spitzenposition, büßt aber weiter kräftig Stimmen ein.

Nachdem die Sozialdemokraten bereits 2011 die absolute Mehrheit und zwei der damals 20 Sitze abgeben mussten, verlieren sie nun weitere drei Mandate und landen bei nunmehr 15 der 37 Gesamtsitze (40,6 Prozent). Die CDU hingegen bleibt unverändert bei elf Sitzen (29,2 Prozent). Den Christdemokraten gingen also keine Mandate verloren - obwohl 2015 viele Mitglieder der Fraktion „abtrünnig“ wurden und eine neue Wählergruppe gründeten: Die Bürgerliste, die aus dem Stand fünf Sitze gewann und 13,6 Prozent der Wähler überzeugte. Sie könnte angesichts dieses Ergebnisses sowohl für die SPD, der sie die meisten Sitze abnahm, als auch für die CDU zum begehrten Koalitionspartner werden.

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Es bleibt spannend, auf welche Seite sich die Bürgerliste schlagen wird, auch im Hinblick auf die Bürgermeister-Stichwahl am 20. März. Von alter Verbundenheit zu den früheren Parteifreunden war in den vergangenen Monaten nicht viel zu spüren. Es ist durchaus möglich, dass die Bürgerliste eine Empfehlung zugunsten des SPD-Kandidaten Wicke aussprechen wird, was auch im Parlament auf eine Bindung an die SPD hindeuten würde. Die Entscheidung darüber fällt heute Abend.

Das neu gegründete Grün/Linke Bündnis, das eine Alternative zu den bisher kandidierenden Grünen und früheren Gruppierungen links von der Mitte anbietet, kommt auf drei Sitze (7,0 Prozent), ebenso wie die Gemeinschaft der Freien Wähler, die damit im Vergleich zu 2011 einen Sitz verliert (9,6 Prozent).

Die neuen Köpfe

Das sind die Mitglieder des Stadtparlaments in der Reihenfolge der meisten Stimmen:

• SPD: Heinz E. Vogt, Dirk Oetzel, Elmar Neugeboren, Inge Harder, Doris Pöllmann, Jörg Kistner, Bernd Franke, Steffen Rödel, Wolfram Schulze, Gerhard Koch, Thomas Freiberg, Roland Wittmann, Klaus Schalles, Wolfgang Müller, Ingeborg Mergard.

• CDU: Michael Heußner, Hans-Karl Bock, Anja Strecker, Dr. Björn Steisel, Ralf Köster, Gerd Burgheim, Hans Heckrodt, Daniel Gerhardt, Mirko Knappe, Uwe Brückmann, Peter Aschenbrenner.

• Bürgerliste: Ursula Sauer, Andreas Howorka, Michael Flohr, Heinrich Schlegel und Cristina Camboa Sá Howorka.

• FWG: Birgit Osigus-Koch, Thomas Dippel, Andreas Dilchert-Hinze.

• Grün/Linkes Bündnis: Heike Wilke, João Lopes de Azevedo, Dorothee Putz.

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