Abwasch mit Gottes Segen

Walburger Kirche hat nach Sanierung eine Küchenzeile

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Rechts die Kanzel, links der Geschirrspüler: Pfarrer Dirk Rehbein zeigt die hinter Schranktüren versteckte Küchenzeile, die mit der Renovierung der Kirche dazugekommen ist und einen adäquaten Ersatz für das bald zum Verkauf stehende Gemeindehaus bieten soll.

Walburg. Obwohl nahezu 250 Jahre alt, geht die Walburger Kirche mit der Zeit: Mit der jetzt abgeschlossenen Renovierung ist das vorklassizistische Gotteshaus eins von ganz wenigen im Kreis, die auch über eine kleine Küchenzeile verfügen.

Eine Küche in der Kirche? Was im ersten Moment etwas seltsam klingt, hat einen ganz pragmatischen Grund: Weil die Gemeinden immer kleiner werden, soll es künftig pro Kirchspiel nur noch ein Gemeindehaus geben, denn sie werden im Durchschnitt nur noch fünf Stunden pro Woche genutzt. Da das Gemeindehaus in Velmeden häufiger genutzt wird, bleibt es erhalten, das in Walburg soll verkauft werden.

Die eigentliche Gemeindearbeit soll künftig im Dorfgemeinschaftshaus stattfinden. „Wenn man nach einem feierlichen Gottesdienst, nach dem es noch etwas zu essen geben soll, allerdings 500 Meter zum Dorfgemeinschaftshaus laufen muss, verschwindet die Hälfte auf dem Weg dorthin“, erklärt Pfarrer Dirk Rehbein. Die Küchenzeile, die eine Spülmaschine, Schränke und eine Spüle enthält, soll in solchen Fällen eine Alternative darstellen. Einen Herd gibt es allerdings nicht. „Es soll ja nichts gekocht, sondern nur erwärmt werden, da reichen mobile Wärmeplatten“, sagt Rehbein, dem die Idee dazu beim Anblick des Schranks kam, hinter dem schon seit zehn Jahren die Heizung versteckt ist.

270.000 Euro (60.000 Euro wurden aus Spenden finanziert) hat die Sanierung der Kirche gekostet. Während der Arbeiten mussten die Gemeindeglieder seit Beginn im Mai auf das Gemeindehaus ausweichen. Darin enthalten sind neben der Küchenzeile neue Türen, ein Anstrich in weiß, grau und rot (der alte stammte noch aus dem Jahr 1982), neu gesetzte Schlusssteine über den Fenstern, Tische, Stühle mit rotem Bezug sowie ein Nebengebäude, in dem das Stuhllager und eine barrierefreie Toilette untergebracht sind. Außerdem wurde das Podest, auf welchem die Bänke standen, ebenerdig gestaltet.

Es fehlen noch zwei Heizstrahler und die historisch wertvolle Orgel aus der Zeit zwischen 1820 und 1830, bei der Gutachter und Denkmalschutz noch entscheiden müssen, wie sie saniert werden soll. „Deswegen haben wir die Kanzel noch nicht gestrichen, da beides farblich aufeinander abgestimmt werden soll“, sagt der Pfarrer.

Bis die Orgel da ist – Rehbein rechnet mit mindestens einem Jahr – behelfe sich die Gemeinde mit einer alten „Elektroquetsche“. Außerdem fehlen noch die Bibelsprüche in sieben Füllungen der Empore – ähnlich, wie es sie vor der letzten Renovierung gegeben hat, jedoch in moderner Fassung. 

Feier am Samstag 

Die Feier zur Wiedereinweihung der Kirche beginnt am Samstag, 9. September, um 15 Uhr. Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffeetrinken in der Kirche. Um 18 Uhr beginnt ein Konzert des Singkreises anlässlich dessen 30-jährigem Bestehens. 1987 trafen sich junge Mitglieder der Kirchengemeinde zum regelmäßigen Singen. Bald darauf stieß Kirsten Koch (heute Gundlach) aus Fürstenhagen dazu, welche die Leitung des Singkreises übernahm. So wurde aus dem Singkreis ein Chor. Unterstützt von Musikern aus dem Kirchenkreis Witzenhausen wurde für das Konzert die Messe „Das Lied vom Licht“ von Gregor Linßen eingeübt. Es wird am Sonntag in der Kirche in Gertenbach ab 19 Uhr erneut aufgeführt.

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