Bürger sind neidisch auf Lösung im Landkreis Kassel

Weiter Ärger mit Lastwagen in Quentel

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Lastwagen versperren oft die Straße in Quentel und weichen auf den Bürgersteig aus. 

Zwei Orte in Nordhessen leiden unter dem Schwerlastverkehr: Quentel und Ehlen (Kreis Kassel). Doch während Quentel weiter auf Hilfe wartet, gibt es für Ehlen eine schnelle Lösung. Was wird aus Quentel?

Für zwei Lkw zu schmal: Die Landesstraße zwischen Ehlen und Breitenbach. Deshalb wird die Straße demnächst für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen gesperrt

Als Heinrich Lutz von Mitgliedern der Bürgerinitiative Quentel auf einen Artikel der HNA Wolfhagen hingewiesen wurde, traute er seinen Augen kaum: Das Foto über dem Text zeigte eine Straßensituation, wie sie alle Quenteler ebenfalls kennen. „Ich dachte erst, das Foto wurde bei uns auf der Straße zwischen Quentel und Fürstenhagen aufgenommen“, sagt er.

Der Unterschied: Seit 2013 kämpft die BI Quentel gegen den Schwerlastverkehr, der durch den Hessisch Lichtenauer Stadtteil rollt. Die Straße zwischen Ehlen und Breitenbach im Landkreis Kassel hingegen wurde für Lastwagen gesperrt (siehe HNA Wolfhagen vom 6. Februar). „Da sind bei uns sofort alle roten Lampen angegangen“, sagt Lutz. Er kämpft mit der BI seit Jahren darum, die Situation in Quentel zu entschärfen. Im März 2017 verfasste er eine Petition, im November 2017 kam es zu einem Ortstermin mit Vertretern von Hessen Mobil, des Landtages, der Polizei, des Regierungspräsidiums Kassel und des Werra-Meißner-Kreises.

Danach habe Lutz nichts mehr in der Sache gehört, obwohl er mehrfach nachgefragt habe. Es gebe immer nur die Information, dass die Petition geprüft werde und man habe der BI einige Lösungsvorschläge unterbreitet: mahnende Gespräche mit der Basalt AG, die Bitte an die Fahrer der freiwilligen Einhaltung von Tempo 30, Errichten von Fußgängerschutzeinrichtungen (wir berichteten). Das alles löst laut Lutz nicht das Problem, dass die Anzahl der Fahrzeuge zu hoch sei. Außerdem bestehe durch die schmale Straße in Quentel Gefahr für Fußgänger und vor allem Schulkinder.

Die Bürgerinitiative um Heinrich Lutz hat mithilfe einer Verkehrsmessanlage, die zwischen Lastwagen und Pkw unterscheidet, und in manuellen Zählungen Spitzenwerte von 800 bis 1000 Lastwagen pro Tag ermittelt. „Hessen Mobil hat die Zahlen infrage gestellt und selbst welche ermittelt – diese haben wir allerdings noch nie zu Gesicht bekommen“, so Lutz. Das verärgert ihn. Mehr als 90 Prozent der Schwerlasttransporte kämen vom Basaltwerk Ölberg.

Das Lkw-Fahrverbot zwischen Ehlen und Breitenbach war das Ergebnis eines Runden Tisches beim Regierungspräsidium Kassel, an dem Vertreter der betroffenen Gemeinden, Mitarbeiter des Landkreises Kassel, von Hessen Mobil und der Polizei teilnahmen. „So etwas wünschen wir uns auch für Quentel“, sagt Lutz, „sonst fragen wir uns, ob in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen wird.“ Nicht nur Quentel und Fürstenhagen, sondern auch Söhrewald-Eiterhagen (Landkreis Kassel) und Körle-Empfershausen (Schwalm-Eder-Kreis) sind betroffen.

Man habe immer wieder Lösungsvorschläge gemacht – zum Beispiel, die Lastwagen über eine Baustraße durch den Wald auf die B7 oder später die A44 zu leiten. Das sei mit Verweis auf FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) nicht möglich, habe man laut Lutz gesagt. „Aber für die Windkraftwerke wurden doch auch Schneisen in die Natur geschlagen und Fundamente gebaut.“ 

Was die Polizei, die Pressestelle des Landtags und die Basalt AG zur Lage in Quentel sagen, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeine.

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