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Selbsthilfegruppe Petö ist nach fünf Jahren Bauzeit angekommen

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Von: Evelyn Paul

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In Velmeden angekommen: Werner Speer ist mit der Selbsthilfegruppe Petö nun in das eigene Haus umgezogen.
In Velmeden angekommen: Werner Speer ist mit der Selbsthilfegruppe Petö nun in das eigene Haus umgezogen. © Evelyn Ludolph

Endlich in den eigenen vier Wänden angekommen ist Werner Speer mit seiner Selbsthilfegruppe Petö. Nach fünf Jahren Bauzeit fand nun der Umzug von Rommerode in den Hessisch Lichtenauer Ortsteil Velmeden statt.

Ende Oktober 2017 kaufte Speer den alten Gasthof „Zum hohen Meißner“ in Velmeden, der zuvor fünf Jahre unbewohnt war. Der Vorsitzende der Selbsthilfegruppe für bewegungsgestörte Kinder und Erwachsene wollte bis zum Jahr 2021 das Gebäude renoviert haben, damit der Verein es mietfrei nutzen kann. Mit dem Zeitplan hat es dann doch nicht ganz geklappt, aber nun hat das Projekt wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht.

„Es ist noch etwas holprig“, sagt Werner Speer. Der Umzug fand jetzt notgedrungen statt, da die finanzielle Belastung mit Strom und Gas für die Mietunterkunft in Rommerode neben den Kosten fürs Haus in Velmeden sonst zu hoch werden würden.

Unten im Haus ist es schon wohnlich. Einige Kisten müssen zwar noch ausgepackt werden, aber in den Regalen sind die Spielsachen eingezogen. Und Turnmatten, Sprossenwand und Gehbalken sind natürlich auch im neuen Heim angekommen. Bei der neuen Küche wurde ein Teil von Möbel Jäger gespendet.

Doch in der oberen Etage stehen bis zur ersten Fördereinheit am 15. Oktober noch einige Arbeiten an. Das Bad ist da wohl die größte Baustelle. Es müssen aber auch noch einige Lampen installiert werden.

Da der angrenzende Saal noch im Rohbauzustand ist, hat Speer den Zugang temporär verschlossen und dämmt ihn, um die Heizkosten im Wohnhaus während der kalten Jahreshälfte gering zu halten.

Für den ersten Winter hat Speer 2000 Liter Heizöl geordert. Möglich war das mit einer Spende für 1000 Liter. Weitere Unterstützung ist jederzeit willkommen. „Die können auch gern mit dem Kanister kommen. Das bekommen wir schon in den Tank rein“, meint Speer mit einem Augenzwinkern.

Nur mit Humor ist der 71-Jährige so weit gekommen mit seinem Projekt 2021 und hat dabei vielen Zweiflern bewiesen, was möglich ist. Und das, obwohl er mit Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und die damit zusammenhängenden Lieferschwierigkeiten, Verteuerung der Baustoffe und Rückgang der Spendenbereitschaft jede Menge Steine im Weg hatte. „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir das Baumaterial am Anfang gekauft und gelagert“, sagt Werner Speer rückblickend. Über die Preisentwicklung will er nicht weiter nachdenken. Denn sonst überlege er, was mit den Geld alles für seine Schützlinge machbar gewesen wäre.

Neben den Arbeiten am Haus bedeutet auch die Bürokratie viel Stress für den Vereinsvorsitzenden. „Es gibt Fördermöglichkeiten durch die Aktion Mensch. Dafür benötige ich aber die Befürwortung des Landeswohlfahrtsverbandes“, sagt Speer und ergänzt, dass er seit Anfang Juni auf eine Reaktion von dort warte. Es werde immer komplizierter, Fördergelder auch nutzen zu können. Seitenweise Anträge, die größtenteils digital bearbeitet werden müssen, bereiten ihn immer wieder Sorgen. Umso mehr freut er sich über jede Spende, die er erhält.

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