"Es ist nicht immer leicht in Hessisch Lichtenau"

Michael Heußner (CDU) ist seit 100 Tagen Bürgermeister 

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Seit 100 Tagen im Amt: Bürgermeister Michael Heußner bei der Arbeit in seinem Dienstzimmer, den Schreibtisch voller Akten und Mappen.

Hessisch Lichtenau. Michael Heußner (CDU) ist seit 100 Tagen Bürgermeister in Hessisch Lichtenauer: „Leicht und unproblematisch ist nicht der Ort, wo ich mich aufhalte", sagt er.

Auf seinem Schreibtisch liegen Mappen und Papiere, sorgfältig sortiert wie ein großer Fächer.

Heußner will sich nicht nur in Themen einarbeiten und sich mit den Abläufen im Rathaus vertraut machen - er fuchst sich ein, will, dass vorerst alles über seinen Tisch geht. Das hat sicher auch damit zu tun, dass sein Amtsantritt direkt mit einem Paukenschlag begann: Er legte Widerspruch gegen einen Parlamentsbeschluss ein - und das in seiner ersten Sitzung als Bürgermeister. Anlass war der in seinen Augen unwirtschaftlich geplante Ausbau der Straße Am Rain in Walburg (wir berichteten).

Dass es zwischen der SPD- Fraktion und Heußner gleich richtig rummst, kommt für viele nicht überraschend, auch für Heußner nicht. Was ihn aber sprachlos macht, ist die persönliche Ebene auf der aktuell diskutiert wird. „Es geht nicht um die Sache, sondern um mich. Das ist schade. Ich hoffe, dass wir bald zu einer inhaltlichen Debatte zurückkehren können.“

Stadtbekannt ist auch, dass es zwischen ihm und seinem Amtsvorgänger Jürgen Herwig (SPD) nicht rund lief. Viele Mitarbeiter hätten deshalb ein ungutes Gefühl, sogar Angst gehabt, als Heußner in die Verwaltung einzog. Wovor? „Das weiß ich auch nicht“, beteuert der 52-Jährige. Natürlich wolle er an den Abläufen im Rathaus einiges ändern, aber zum Vorteil der Mitarbeiter, der Arbeitsstrukturen und somit auch der Bürger, sagt er.

Beispielsweise möchte er die räumliche Aufteilung im Bürgerbüro ändern. „Hier ist es zu offen und zu hellhörig. Nicht jeder möchte, dass am Nachbartisch alles mitgehört werden kann. Mehr Intimität ist nötig, aber derzeit unmöglich.“ Auch die Arbeitsbedingungen mancher Mitarbeiter seien unhaltbar. „Einige Büros sind Durchgangszimmer mit drei Türen. Hier müssen wir schleunigst etwas verändern.“

Am Ende der ersten 100 Tage steht für Heußner aber trotz Stress und viel Arbeit trotzdem ein positives Fazit: „Ich habe es noch nicht einen Tag bereut, Bürgermeister meiner Heimatstadt zu sein, obwohl es nicht immer leicht ist.“ Manches komme jetzt zu kurz, Hobbys und das Ehrenamt in der Feuerwehr. Zum Glück gibt es zu Hause genug andere Gesprächsthemen, als die Politik. „Meine Frau und ich unterhalten uns natürlich auch über das, was in der Zeitung steht. Aber noch lieber über unsere Pläne und die Zukunft unserer Kinder.“

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