Windpark Rohrberg: Erster Betonturm entsteht bereits

Turm wächst Stück für Stück: Der Mast für die erste Windkraftanlage auf dem Rohrberg ist jetzt etwa 60 Meter hoch. Mit dem riesigen gelben Mobilkran werden die vorgefertigten Betonelemente aufeinandergesetzt. Fotos: Schindler

Im Windpark Rohrberg bei Helsa/Hessisch Lichtenau ist der erste Windturm im Bau. Insgesamt werden dort bis Ende des Jahres für 30 Mio. Euro fünf je 204 Meter hohe Windkraftanlagen errichtet.

Der hier produzierte Strom wird nach Kassel transportiert und in das dortige Netz eingespeist.

 Als der Orkan Kyrill am 18. Januar 2007 seine Spur der Verwüstung durch Deutschland zog, fielen auch auf dem 536 Meter hohen Rohrberg im Kaufunger Wald massenhaft die Bäume. Die Windwurfflächen wurden größtenteils aufgeforstet, doch nun kommt eine weitere Nutzung des Waldes hinzu: Die Städtischen Werke Kassel lassen hier einen Windpark errichten. Fünf jeweils 204 Meter hohe Anlagen der Firma Enercon (Aurich) sollen noch vor dem Jahresende Windstrom erzeugen. Die Investitionskosten liegen bei 30 Mio. Euro.

Der erste der Türme aus Beton und Stahl befindet sich bereits im Bau. Ein gewaltiger Kran - sein Eigengewicht beträgt 750 Tonnen - hievt vorgefertigte Betonelemente in die Höhe. Um die 60 Meter ist der Betonfuß bereits hoch, bald wird er sich aus den Nachbarorten deutlich über der Bergkuppe abzeichnen. „In drei Wochen soll der Betonturm fertig sein“, berichtete Projektleiter Roland Schoof bei einem Baustellenrundgang der HNA, dann kommen die vier anderen an die Reihe.

Auf den Betonfuß werden ab August Stahlsegmente aufgesetzt. Schließlich wird die sogenannte Gondel mit dem Maschinenhaus und der Nabe installiert, an dem die drei je 55 Meter langen Rotoren befestigt werden. Die Gondel in 149 Meter Höhe wiegt samt Rotoren 271 Tonnen - das ist so viel wie drei große Diesellokomotiven. Entsprechend stark muss das Fundament sein. Das Betonfundament reicht 3,5 Meter tief in den Boden und hat einen Durchmesser von 24 Meter.

Bereits seit März werden die überdimensionierten Kran- und Bauteile mit Schwertransportern angeliefert. Sie werden auf einem Lagerplatz bei Hirschhagen zwischengelagert.

Der erzeugte Windstrom wird über ein Erdkabel zum Stiftswald geführt, dort wird ein neues Umspannwerk errichtet, das den Strom der Windparks Rohrberg und Stiftswald aufnehmen soll. Von hier wird der Strom, wieder per Erdkabel, zum Umspannwerk Bergshausen geleitet und ins Kasseler Stromnetz eingespeist.

„Unser Windstrom wird nicht mit Hochspannungsleitungen wegtransportiert“, sagte Werke-Sprecher Ingo Pijanka der HNA, „er wird komplett vor Ort verbraucht.“ Der Windstandort Nordhessen habe den großen Vorteil, dass der Strom in unmittelbarer Nähe verbraucht werde. „Das Kasseler Umland mit seinen Bergen hat das Potenzial zur Erzeugung des Windstroms, die Stadt Kassel sichert die Abnahme“, sagte Pijanka. Der Bedarf der Stadt Kassel sei so hoch, dass die Windparks auch in Schwachlastzeiten nicht abgedrosselt werden müssten.

Die erste Anlage des Windparks Rohrberg soll rechtzeitig zum Baustellenfest am Sonntag, 27. September (12 bis 16 Uhr), fertig sein. Hier können sich die Menschen aus der Region über die neuen Anlagen informieren. Die Städtischen Werke erwarten mehrere Tausend Besucher.

Der Windpark Rohrberg

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