Auf 15.000 bis 20.000 Quadratmeter großen Fläche

Zelt- und Containerstadt: Bald 1000 Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau

Hessisch Lichtenau. Bis zu 1000 Flüchtlinge sollen in einer Erstaufnahme-Einrichtung unterkommen, die in Kürze in Hessisch Lichtenau entstehen wird.

Standort der Unterkunft soll das Gewerbegebiet „Im Senkefeld" sein. Geplant ist eine Mischung aus Wohncontainern und Zelten, wie Bürgermeister Jürgen Herwig mitteilte.

„Es brennt lichterloh, unsere Kapazitäten reichen nicht“, soll Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke vor zwei Tagen gesagt haben, als er sich mit der dringenden Bitte an Herwig gewandt hatte, einen geeigneten Ort für eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Eine kurzfristig einberufene Sitzung des Magistrats und aller Fraktionen habe dann einstimmig zu dem Ergebnis geführt, eine etwa 15.000 bis 20.000 Quadratmeter große, erschlossene Fläche im bislang unbebauten Senkefeld zur Verfügung zu stellen.

„Die Verantwortung für die Flüchtlingseinrichtung, für die Infrastruktur und die Sicherheit trägt das Land Hessen“, betonte der Bürgermeister. Es handele sich bei der Unterkunft um eine Zweigstelle der hessischen Erstaufnahme-Einrichtung in Gießen. Auf die Stadt kämen keine finanziellen Verpflichtungen zu, so Herwig. Im Gegenteil würden aus dem Pachtvertrag sogar Einnahmen erzielt. In welcher Höhe, konnte er noch nicht sagen. „Die Verhandlungen mit dem RP hierüber laufen noch.“ Ein Betreiber für die Unterkunft steht bislang noch nicht fest. Ebensowenig ist bekannt, aus welchen Herkunftsländern die Asylbewerber stammen werden. Herwig erwartet eine gemischte Gruppe mit Flüchtlingen aus dem Balkan, aus Syrien und aus Afghanistan.

Um Spekulationen und Ängsten der Lichtenauer Bevölkerung zu begegnen, wird zu einer Informationsveranstaltung am Montag, 7. September, ab 19 Uhr im Bürgerhaus eingeladen, an der auch Regierungspräsident Walter Lübke und Landrat Stefan Reuß teilnehmen werden.

So viele Flüchtlinge leben derzeit in den Kommunen: 

Hessisch Lichtenau nimmt 1000 Flüchtlinge auf und hat mit den 88 Menschen, die schon da sind, dann 1088. In den Kommunen im Werra-Meißner-Kreis leben momentan 631 Flüchtlinge, davon 560 in Gemeinschaftsunterkünften und 71 in Wohnungen. Das teilte Kreissprecher Jörg Klinge mit. In Witzenhausen sind 143 Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft und 22 in Wohnungen untergebracht. In Bad Sooden-Allendorf leben 33 Menschen in einer Unterkunft, sechs in Wohnungen. In Großalmerode gibt es 25 in einer Unterkunft und in Neu-Eichenberg 20 in einer Unterkunft und einen in einer Wohnung.

In Hessen haben derzeit 13 000 Menschen Zuflucht gefunden. In Eschwege sind derzeit 135 Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft und 25 in Wohnungen untergebracht. In Weißenborn und Meinhard sind es jeweils 30 und in Ringgau 18 Flüchtlinge in Unterkünften. 56 Flüchtlinge leben in Sontra, 18 in Harleshausen und 19 in Meißner. In Waldkappel, Berkatal, Wanfried und in Wehretal leben keine Flüchtlinge.

 

Rubriklistenbild: © dpa

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