Opfer war 18-jährige Schülerin aus Kassel 

Tat in Hessisch Lichtenau: Vergewaltiger nach 16 Jahren ermittelt

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Seine DNA verriet ihn: Nach 16 ist ein VErgewaltiger überführt worden.

Hessisch Lichtenau / Krefeld. Die Vergewaltigung einer damals 18 Jahre alten Frau aus Kassel im Spätherbst 1997 in Hessisch Lichtenau steht vor der Aufklärung. Als mutmaßlicher Täter kam am Dienstag ein 53 Jahre alter Mann aus Krefeld (Nordrhein-Westfalen) in Untersuchungshaft. Das gab die Polizeidirektion Werra-Meißner in Eschwege bekannt.

Das Opfer, das damals Schwesternhelferschülerin in der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau war, hatte am Abend des 25. November 1997 an der Bushaltestelle an der Bundesstraße 7 auf den Linienbus gewartet. Der Sittentäter hatte sich gegen 20 Uhr neben die junge Frau auf die Bank gesetzt, ein Messer aus der Jackentasche gezogen und ihr in die Seite gedrückt. Der Mann soll Drohungen ausgesprochen, den Arm um die Frauen gelegt und sie zum Mitkommen aufgefordert haben. Der Täter dirigierte sein Opfer in einem Feldweg nahe des Viadukts, über das heutzutage die Lossetalbahn fährt. Dort musste sich die 18-Jährige dem damaligen Polizeibericht zufolge entkleiden, dann vergewaltigte er die vor Angst Zitternde.

Aktualisiert um 18.15 Uhr.

Auf seine Spur kam die Polizei vor fünf Monaten, nachdem der Täter sich Anfang September 2013 am Rheinufer mehreren Passanten nackt gezeigt und vor zwei jungen Frauen sexuelle Handlungen an sich vorgenommen hatte. Er konnte noch am Tatort vorläufig festgenommen werden.

Die Krefelder Kripo speiste die DNA des Mannes dann in die polizeiliche Datenbank ein. Ergebnis: Sie stimmt mit Spuren von zwei Notzuchtverbrechen überein. Neben der Tat in Hessisch Lichtenau wird dem 53-Jährigen die Vergewaltigung einer damals 15-Jährigen in Niederkrüchten-Elmpt nahe der Grenze zu den Niederlanden ebenfalls im November 1997 vorgeworfen. Der Elmpter Fall war sogar in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ ausgestrahlt worden. Laut Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hat der Krefelder die Tatvorwürfe bestritten. (sff)

Hintergrund: Erster Mord 1986 per DNA geklärt

Ohne die Entdeckung und Entschlüsselung der DNA und die polizeiliche Datenbank wäre die Tat von Hessisch Lichtenau wohl nie aufgeklärt worden.

Der genetische Fingerabdruck ist eines der erfolgreichsten Instrumente auf der Jagd nach Verbrechern. Bei der Analyse werden Teile der Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure (DNA) untersucht. Für einen Test genügen geringste Spuren von Sperma, Schweiß oder Speichel sowie Haare oder Hautschuppen. 1986 wurde so das erste Verbrechen gelöst und ein Mörder überführt. Das Bundeskriminalamt hat 1998 eine DNA-Analyse-Datei angelegt. Diese umfasst derzeit rund eine Million Datensätze. (dpa/sff)

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