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Hessische Höhlenforscher tagen und experimentieren in Ulfen

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Von: Tobias Stück

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Die hessischen Höhlenforscher erkunden die Wichtellöcher bei Ulfen.
Die hessischen Höhlenforscher erkunden die Wichtellöcher bei Ulfen. ©  Dieter Kraus

Vom 19. bis 21. August treffen sich in Ulfen die hessischen Höhlenforscher, um ihre Jahrestagung abzuhalten. Ulfen als Tagungsort ist kein Zufall.

Ulfen – Eingeladen hat hierzu der Heimat- und Förderverein Ulfen unter der Leitung seines Vorsitzenden Michael Stein. . Denn: Zwischen den Orten Renda und Ulfen zieht sich in südwestlicher Richtung das Trockental Rendagraben, eine geologisch bemerkenswerte und für Nord- und Osthessen einmalige Karsterscheinung.

Je nach Menge des Niederschlagswassers verschwindet der durch Renda fließende Bach in einer oder mehreren Bachschwinden, um dann in bis zu drei Kilometern Entfernung am Ortsrand von Ulfen in verschiedenen Karstquellen wieder zutage zu treten. „Der hierbei unterirdisch zurückgelegte Weg des Wassers und die Menge des verschwindenden Wassers lassen hier eine ausgedehnte aktive Wasserhöhle vermuten“, sagt Stefan Zaenker, der langjährige Vorsitzende des Verbandes. Die etwa zwei Kilometer nordwestlich von Ulfen liegende, 1938 für die Trinkwasserversorgung gefasste Kressenteichquelle mit einer langjährigen durchschnittlichen Schüttung von 290 Litern pro Sekunde zählt zu Hessens stärksten Quellen und spricht ebenfalls für ausgedehnte Karsthöhlensysteme in dieser Region. „Alte Höhlenruinen wie zum Beispiel die Wichtellöcher bei Ulfen und eine Vielzahl von Erdfällen, Bachschwinden und Karstquellen zeigen deutlich das Vorhandensein von Karsthohlräumen“, sagt Michael Stein.

Öffentlicher Vortrag über Höhlensystem

Zu Beginn der Tagung wird für die Öffentlichkeit ein Vortrag zum größten hessischen Höhlensystem, dem Herbstlabyrinth im Westerwald, angeboten. Die Geschichte der Erforschung des Herbstlabyrinths, der mit über 13 Kilometern Länge größten Höhle in Hessen, wird von Dieter Kraus, einem der Erforscher des Höhlensystems, in einem bebilderten Vortrag erläutert. Ergänzend zu vielen Fotos aus allen Bereichen der Höhle wird auch auf den wissenschaftlichen Wert des Höhlensystems und der Forschung eingegangen.

Von der Mikrobiologie bis zum Höhlenbären, von der Klimaforschung bis zur Rekonstruktion vorzeitlicher Vulkanausbrüche werden zahlreiche Aspekte der Höhlenforschung behandelt. Wie ein solches Höhlensystem trotz drohendem Gesteinsabbau geschützt werden kann, wird am Ende des Vortrags erklärt. Der Vortrag findet am Freitag, 19. August, ab 20 Uhr im Heimathof Ulfen statt und ist öffentlich.

Noch haben die hessischen Höhlenforscher ihre Hoffnung nicht aufgegeben, eines Tages den Zugang in ein großes Höhlensystem zu finden. Die weiteren Möglichkeiten sollen im Rahmen der Jahrestagung besprochen und im Rahmen von Forschungsexkursionen überprüft werden. (Tobias Stück)

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