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Flohmarkt in der Neustadt sammelt Erlöse für das stationäre Hospiz

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Von: Tobias Stück

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Sind für die Kunden da: (von links) die leitende Koordinatorin Annette Kukule sowie die Ehrenamtlichen Birgit Schmitt, Traudel Ryppa und Karin Froch.
Sind für die Kunden da: (von links) die leitende Koordinatorin Annette Kukule sowie die Ehrenamtlichen Birgit Schmitt, Traudel Ryppa und Karin Froch. © Tobias Stück

Eschwege – Hier gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. „Wer möchte, kann sich bei uns seinen ganzen Haushalt einrichten“, sagt Annette Kukule, die leitende Koordinatorin der Hospizgruppe Eschwege. Kleidung, Geschirr, Gläser, Besteck, Möbel, Schuhe, Elektrogeräte: Die Auswahl auf den 700 Quadratmetern Verkaufsfläche des Hospiz-Flohmarkts an der Neustädter Kirche ist riesig.

Nur Lebensmittel und Hygieneartikel gibt es hier nicht.

Traudel Ryppa steht im Lager und räumt Kisten aus. Neue Ware ist angekommen und muss sortiert werden. Zwei bis dreimal pro Woche kommt die Niederhönerin, um hier zu helfen. Der Hospiz-Flohmarkt wird durch Spenden gespeist. Wer sich Neues anschafft, bringt die Vorgänger hierher. Aber auch aus Haushalts- oder Geschäftsauflösungen kommt die Ware in die Neustadt. Im vergangenen Jahr hat das Bekleidungshaus Leopold die Türen geschlossen. Jetzt hängen Ballkleider, Anzüge und teure Oberhemden an den Kleiderständern – alles ungetragene Neuware.

Das Auge kauft mit

Am Eingang des Flohmarkts richten Birgit Schmitt und Karin Froch die ehemalige Gemüseabteilung mit Gebrauchtwaren neu aus. Die Präsentation muss auch stimmen. Das Auge kauft schließlich mit. Solche Arbeiten, Putzen oder die Regale auffüllen, werden zwischen den Öffnungszeiten erledigt. Zweimal im Monat ist die Verkaufsstelle freitags und samstags geöffnet. Heute und morgen ist es wieder einmal so weit. Rund 200 Kunden kommen dann in den ehemaligen Supermarkt und schauen nach neuen Fundstücken oder Schnäppchen. „Unsere Kunden kommen aus allen Teilen der Gesellschaft“, erzählt Annette Kukule. In den vergangenen Wochen hat sich neues Klientel gefunden. Ukrainer, die sich ihre eigenen Unterkünfte einrichten, suchen nach Haushaltsgegenständen.

Traudel Ryppa, Birgit Schmidt und Karin Froch sind drei von insgesamt 19 Ehrenamtlichen, die den Flohmarkt betreiben. Ganz selbstständig koordinieren sie die Arbeit. In erster Linie sind sie für den Flohmarkt da. Nur drei oder vier Frauen haben auch eine Ausbildung zur Hospizbegleiterin. „Es ist ihre Art, die Eschweger Hospizgruppe zu unterstützen“, sagt Annette Kukule.

Einnahmen kommen Hospiz zugute

Und die ist nicht zu unterschätzen. Denn die Einnahmen, die hier generiert werden, kommen 1:1 dem Projekt des stationären Hospiz in Eschwege zugute. Das soll am Meißnerring in Eschwege gebaut werden. Die Planungen laufen seit Jahren. Immer wieder gab es Verzögerungen. Ende des Jahres, vielleicht im Frühjahr 2023 könnte jetzt der Spatenstich sein. Seit dem ersten Hospiz-Flohmarkt, einem Verkaufsstand auf dem Stad in Eschwege, werden alle Einnahmen gesammelt. „Inzwischen ist einiges zusammengekommen“, berichtet Kukule. Denn schon kurz nach den ersten Verkäufen wurde der Hospizgruppe das ehemalige Möbelhaus Paul in der Neustadt zur Verfügung gestellt. Als der neue Eigentümer kündigte, stellte Uwe Jantz seinen ehemaligen Supermarkt in Teilen zur Verfügung. Auf der anderen, abgetrennten Seite betreut die Eschweger Tafel ihre Kunden. Seit Ende 2015 verkaufen sie jetzt hier die Gebrauchtwaren.

Neues Material wird immer gesucht. „Wir sind aber nicht der Schrottplatz“, sagt Annette Kukule. Kleidung sollte gewaschen, die kleinen Möbel sauber und die Geräte funktionstüchtig sein. Die Waren können während der Öffnungszeiten abgegeben werden. Nicht sinnvoll ist es, seine Spenden einfach vor der Tür abzustellen. Das werde gerne gemacht, wenn Sachen nicht in Ordnung sind. Die Entsorgung über Restmüll oder Sperrmüll muss die Hospizgruppe dann teuer bezahlen.

Mancherlei Schätze finden sich auf dem Flohmarkt auch. Wer noch alte Coca-Cola-Gläser sucht oder noch Platz für Goethes gesammelte Werke hat, wird hier fündig.

Öffnungszeiten: Heute und morgen geöffnet

Zweimal im Monat, immer freitags und samstags, hat der Hospiz-Flohmarkt im Grünen Weg 2 in Eschwege geöffnet: freitags von 13 bis 16 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr. Heute und morgen, 17. und 18. Juni, sowie am 1. und 2. Juli, 15. und 16. Juli oder am 5. und 6. August ist es wieder soweit.

hospizgruppe-eschwege.de

Von Tobias Stück

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