Schweres Jahr

Hilfe für exotische Tiere: Auffangstation und Reptilienzoo in Sontra kämpft ums Überleben

Heimat für zahlreiche Reptilien: Die Auffangstation wird immer wieder zum zuhause, so wie für den grünen Leguan auf unserem Archivbild. 
Archivfoto: Dieter Salzmann
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Heimat für zahlreiche Reptilien: Die Auffangstation wird immer wieder zum Zuhause, so wie für den grünen Leguan auf unserem Archivbild.

Für die Tiere im Reptilienzoo und der Auffangstation in der Berg- und Hänselstadt war 2020 das schwierigste Jahr, seit ihrem Einzug vor rund zwölf Jahren in der Mühlbergstraße 12.

Sontra – Der Reptilienzoo trägt sich durch die Eintrittsgelder der Besucher. „Die Sommerferien waren richtig gut besucht, danach ist es allerdings eingebrochen und dann kam der zweite Lockdown, seit dem haben wir keine Einnahmen“, erklärt Reptilien- und Gefahrtierpfleger Peter Wischnewski, der sich um die Tiere vor Ort kümmert.

Rund exotische 250 Tiere leben in der Auffangstation, in den vergangenen Wochen sind viele Schlangen, Wasserschildkröten und ein grüner Leguan hinzugekommen. Die Tiere brauchen Futter, müssen versorgt werden, brauchen oft medizinische Hilfe und natürlich muss auch das Haus geheizt werden. „Viele Tiere werden aktuell abgegeben, weil es sich die Besitzer nicht mehr leisten können, die Schlangen oder Leguane zu halten, da durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit weniger Geld da ist“, fügt Peter Wischnewski an. Tiere aktuell an neue Halter zu vermitteln sei extrem schwierig.

„Dazu kommt, dass die Spendenbereitschaft sehr gesunken ist, was man aber natürlich komplett nachvollziehen kann“, so Wischnewski weiter. Im Frühjahr kamen viele Spenden zusammen, auch die Politik wurde auf die Auffangstation und ihre Probleme aufmerksam. „Neben vielen privaten Spenden haben wir auch Unterstützung durch Lena Arnold und die Grünen bekommen, was uns sehr gefreut hat“.

Aktuell haben der Reptilienzoo und die Auffangstation noch keine finanziellen Hilfen oder Fördergelder von der sogenannten Novemberhilfe der Bundesregierung bekommen. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir dort eine Unterstützung erhalten werden“.

Der Reptilienzoo ist viel mehr als ein gewöhnlicher Zoo, er ist eine Auffangstation für Gefahr- und Gifttiere sowie Panzerechsen. Werden in Hessen oder Thüringen Gefahrtiere durch eine Behörde sichergestellt, werden sie in Sontra aufgenommen. Dazu kommt, dass der Reptilienzoo eine gemeinnützige GmbH ist und keine großen Gelder erwirtschaften, aber auch keine Verluste machen darf.

„Wir gehen auch nicht davon aus, dass wir im Januar wieder öffnen dürfen, vielleicht gegen Ostern, wir werden wieder mit die Letzten sein, die nach dem Lockdown wieder aufmachen können“, so Peter Wischnewski. „Wir versuchen aktuell, alle Kosten so niedrig wie möglich zu halten, damit wir die Tiere gut versorgen können“.

Neben vielen Schlangen, Echsen und Spinnen beheimatet die Auffangstation auch mehrere Kängurus, die auf der Außenfläche des Reptilienzoos leben. Aber auch ein Alligator, ein Ara und eine Panzerechse gibt es in dem außergewöhnlichen Zoo in Sontra. (Von Sonja Berg)

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