Nach Twitterdebatte um Naina

Kommentar: Schüler auf Leben vorbereiten

Die 17-jährige Schülerin Naina hat bei Twitter eine Debatte darüber angestoßen, ob Schulen nicht lebenspraktischeren Unterricht anbieten sollen. Ein Kommentar von Maximilian Bülau.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz sagte zu Nainas Tweet sinngemäß: Wer eine Gedichtanalyse beherrsche, müsse auch fähig sein, einen Mietvertrag zu deuten. Doch das hieße Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Man kann von Schülern ein gewisses Maß an logischem Denkvermögen erwarten. Doch jeder, der schon einmal seine Steuererklärung gemacht hat, weiß, dass Behördendeutsch teilweise schwieriger zu deuten ist als Lyrik. Und die Folgen einer falschen Steuererklärung sind gravierender als die eines fehlinterpretierten Gedichtes.

Die Gedicht-Interpretation erfordert Anleitung und Übung. Dafür sind Lehrer da. Nainas Forderung, mehr fürs Leben zu lernen, ist sinnvoll und verständlich. Auch dabei braucht man Übung und jemanden, der es verständlich erklärt. Wenn in der Schule die Zeit dafür fehlt, müssen eben Lehrpläne geändert werden.

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