Hoaderlumpen überzeugen mit Theater-Stück über verschwundene Steuern

Es geht ums liebe Geld: Die Hoaderlumpen nehmen ihre Zuschauer mit ins „Ludenbach“ des Spätmittelalters. Hier versickert der eigentlich fürs Kloster bestimmte Zehnt auf mysteriöse Weise. Unter Verdacht gerät Geldeintreiber Urban (Andreas Heinemann, links), der die Gerbers-Familie Lorenz unter Druck setzt. Foto: Röß

Laudenbach. Mit „Hutzeln und Quitschen", ihrem Stück in nordhessischer Mundart, begeistern die Laudenbacher „Hoaderlumpen" ihr Publikum im Bürgerhaus des Großalmeröder Stadtteils gleich mehrfach.

Mit dem Stück nehmen die Laudenbacher Laienspieler ihr Publikum mit auf eine Reise in die Vergangenheit. So werden auch die Bewohner von „Ludenbach“ im späten Mittelalter von bitterer Armut nicht verschont. Alle müssen hart arbeiten, um über die Runden zu kommen. Obendrein müssen sie auch noch ihren „Zehnten“ als Abgabe an den Grundherrn leisten. Und dies spielt in dem Stück eine zentrale Rolle.

Herrmann von Treffurt, Herr von Schloss Spangenberg (gespielt von Hubert Seifarth), hat im Sommer 1349 seine „Ludenbächer“ Besitztümer mit dem Kloster Germerode getauscht. Doch die Abgaben dafür kommen beim Kloster nicht an, wie Äbtissin Ignatia (Susanne Stössel) mit ihren Nonnen beim Besuch auf Schloss Spangenberg beklagt. Angesichts der Unregelmäßigkeiten fällt der Verdacht auf Urban von Harmuthsachsen (Andreas Heinemann), den gierigen Geldeintreiber, der noch nicht einmal davor zurückschreckt, der armen Gerbers-Familie Lorenz (Stephan Siebold, Christina Schäfer-Münch, Sarah Greifenberg und Laura Mühlhause) das Haus über dem Kopf anzuzünden, sollten sie seinen erhöhten Forderungen nicht nachkommen. Doch mit einer List kommt der Grundherr dem Schlawiner auf die Schliche und am Ende wartet ein gerechtes Urteil. Mehr über das Stück soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn nach den drei Aufführungen der letzten Woche soll den Besuchern der noch drei ausstehenden Veranstaltungen diese Woche die Spannung schließlich nicht genommen werden.

Das Autorenteam Elvira Lehne, Sabine Nowak, Gerhard Hilwig und Uwe Range hat mit lockerer Feder zur nordhessischen Mundart bei dem Stück offenbar genau den richtigen Ton getroffen, denn trotz des ernsten Hintergrunds bietet das Stück zuhauf Grund zum Lachen. Zudem ist der Dreiakter geschickt inszeniert. So hat die Laudenbacher Theatergruppe sogar eine kleine Nebenbühne für die Szenen auf Schloss Spangenberg eingerichtet. Mitunter richten die verängstigten „Ludenbacher“ auch den Blick von der Bühne Richtung Saaleingang, wenn Urban von Harmuthsachsen wieder mal angetrunken von dort naht. Den gleichen Weg wählen aber auch die Nonnen, wenn sie singend und betend durch die Lande - und in das Bürgerhaus - ziehen.

Zeitreise ins Mittelalter mit den Hoaderlumpen

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