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„Wie ein Sechser im Lotto“: Heimischer Kinderbuchautor Lars Rimbach hat einen Verlag gefunden

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Von: Emily Spanel

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Wahre Schmuckstücke sind die Illustrationen der Werke. Sechs Jahre lang hat sich Lars Rimbach autodidaktisch das Zeichnen beigebracht. Mit viel Detailverliebtheit, Kreativität und Können sind so einmalige Figuren entstanden, welche die Kinder – das wohl kritischste Publikum der Welt – hineinziehen in Pony Ferdinands Welt.
Wahre Schmuckstücke sind die Illustrationen der Werke. Sechs Jahre lang hat sich Lars Rimbach autodidaktisch das Zeichnen beigebracht. Mit viel Detailverliebtheit, Kreativität und Können sind so einmalige Figuren entstanden, welche die Kinder – das wohl kritischste Publikum der Welt – hineinziehen in Pony Ferdinands Welt. © Lars Rimbach

Ulfen – Gute Kinderbuchautoren zählen zu den Menschen, deren Namen man grundsätzlich mit einem Lächeln auf den Lippen ausspricht.

Die unvergleichliche Astrid Lindgren etwa, oder Michael Ende, Schöpfer der „Unendlichen Geschichte“. Kinderbücher führen die Jüngsten in die Welt der Literatur ein, noch bevor die Daumen groß genug sind, um über den Hirnzellen-Zerstäuber Instagram zu scrollen.

Aber wer glaubt, es reiche, einem niedlichen Pony ein paar Sätze ins Maul zu legen und damit schon irgendwie zum Verkaufstisch bei Heinemann zu galoppieren, irrt. Natürlich erschaffen sich Kinderbücher keinen Deut einfacher als Romane. Ganz im Gegenteil.

Fantastische Reisen

Der gebürtige Sontraner Lars Rimbach schreibt seit Jahren für Kinderseelen, nimmt sie mit auf fantastische Reisen, erschafft Welten, in denen Mädchen laut und Jungs zart sein dürfen. Das Ganze anfänglich in dem Bewusstsein, dass nur ein winziger Bruchteil der Autoren in Grüffelo-Sphären aufsteigt. Dorthin, wo Werke in 100 Sprachen übersetzt werden. Geld aber, sagt Lars Rimbach, sei nie sein Antrieb gewesen. Im Gegenteil, er hat es geschafft, sein eigenes inneres Kind quicklebendig zu halten – und sich die Freiheit genommen, „das zu tun, was ich aus tiefstem Herzen tun möchte.“

Sein Talent – Lars Rimbach textet nicht nur, sondern illustriert sämtliche seiner Werke auch noch selbst – , seine schier unerschöpfliche Fantasie, die sprudelnden Ideen und die Leidenschaft für sein Tun aber überzeugten nun Nikolaus Bettinger auf ganzer Linie. Bettinger ist der Chef des bundesweit agierenden Bettingermedia-Verlags (Aix la Chapelle Books). „Als hätte die kleine Hexe Mimi Mauseschreck (Titelheldin von Lars Rimbachs erster Kinderbuchreihe, Anm. d. Redaktion) gezaubert, klingelte eines Tages das Telefon und es meldet sich der Bettingermedia-Verlag“, erinnert sich Rimbach.

„Wie ein Sechser im Lotto“

Nach einigen Gesprächen und ein paar Verhandlungen gab es bereits im Oktober des vergangenen Jahres den ersten Vertrag für die Mimi-Mauseschreck-Buchreihe. „Wie ein Sechser im Lotto“, freut sich der aufstrebende Autor aus der Region. Denn: Der Markt ist heiß umkämpft.

„Es wird bestimmt kein leichter Einstieg mit Mimi Mauseschreck in den Buchmarkt der gewünschten Altersgruppe“, bestätigt Nikolaus Bettinger. Zu präsent sind hier in den vergangenen Jahren die Online-Medien geworden. Derzeit befindet sich die „Mimi-Mauseschreck“-Buchreihe in ausgesuchten Schulen zum Probelesen, um nach der Resonanz entsprechende Anpassungen vornehmen zu können.

Auf Anregung von Lars Rimbach „probieren wir es vorerst bei einer anderen Altersgruppe“. Kurzerhand präsentierte er Nikolaus Bettinger sein Pferdchen Ferdinand. „Gönnen wir Mimi noch ein wenig Zeit und lassen sie noch etwas reifen.“

Bilderbuchreihe mit enormem Wiedererkennungswert

Ferdinand indes sei eine ausgereifte Bilderbuchreihe mit enormem Wiedererkennungswert, da gibt es für Nikolaus Bettinger überhaupt keine Zweifel. „Die unerschöpflichen Möglichkeiten, Ferdinand in Abenteuern zu platzieren, sind enorm. Ferdinand können wir in Zukunft komplett vermarkten. Da ist vom Hörbuch über den Sticker bis zum Stofftier alles möglich.“

Mit dem Verlagspartner an Lars Rimbachs Seite hat das süße Pony nun eine Zukunft: Ferdinand wird auf 30 Seiten in 26 ganzseitigen Bildern in DIN5 von Abenteuer zu Abenteuer hoppeln. Begleitet werden die Bilder von leicht verständlichen Texten, die für die Jüngsten als Gedicht durch die Bücher führen. „Wir lassen Ferdinand in die Schule, in die Disco, natürlich auch ins Schwimmbad galoppieren – bis hin zur Feuerwehr ist alles möglich“, sagt Lars Rimbach.

In dieser Woche werden die ersten Probedrucke ausgeliefert. Und geben Verlag und Autor ihr abschließendes Okay, werden die ersten Werke des heimischen Autoren Lars Rimbach schon bald in Deutschlands Buchläden zu kaufen sein.

Stolz sei er auf das Erreichte – zu Recht. Auch Lars Rimbach kann jetzt ein Lächeln auf den Lippen haben.

Von Emily Hartmann

Lars Rimbach
Lars Rimbach © Emily Hartmann

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