Gertenbacher wollen Regenrückhaltebecken

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Moderierten und gaben Antworten: Der stellvertretende Ortsvorsteher Helmut Herbort, Ortsvorsteher Sebastian Schorstein, Stadtbrandinspektor Björn Wiebers und Albshausens Ortsvorsteher Jörg Morawek.

Gertenbach – Der Unmut ist groß bei den Gertenbachern nach dem jüngsten Hochwasser. Das zeigte sich deutlich am Donnerstag, als sich mehr als 100 Dorfbewohner auf dem Busplatz versammelten. Nur wenige ließen sich von den zwischenzeitlichen Regengüssen vertreiben.

Eingeladen hatte der Ortsbeirat, damit die Betroffenen darstellen konnten, welche Schäden sie durch das Hochwasser haben. Und das sind viele: herausgerissene Rolltore, überschwemmte Keller und Verletzungen, zählte eine Anwohnerin auf. Eine weitere erklärte, schon zum zweiten Mal habe sie Schäden von mehreren tausend Euro: „Uns versichert niemand.“ Applaus erhielt ein Gertenbacher für seine Aussage „als Bürger wird man von der Stadt nicht unterstützt.“ Eine Kritik, die von mehreren Anwesenden geteilt wurde. „Warum wurde nach dem Hochwasser 2019 nichts zum Gewässerschutz getan? Warum reagiert die Verwaltung nicht auf Anfragen?“ waren nur zwei der Fragen, die gestellt wurden.

Eine Kritik, die auch der Ortsbeirat äußerte. Von diesem Gremium habe es schon mehrmals Anregungen gegeben, jedoch keine Reaktion, erklärte Ortsvorsteher Sebastian Schorstein. Nun sollen alle Betroffenen aufschreiben, welchen Schaden sie durch das Hochwasser haben und dies bei ihm bis zum Sonntag abgeben. Die Sammlung will Schorstein dann am Montag an Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz übergeben. Der Ortsbeirat wolle „mit breiter Brust zur Stadt gehen.“ Bekannt sei ihm bisher, dass ein hydrologisches Gutachten vorliege, so Schorstein. Zudem wolle sich Herz mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Land in Verbindung setzen. Unter anderem zum Thema Regenrückhaltebecken. Die wurden auch von einigen Gertenbachern gefordert und gleichzeitig gefragt, warum Neubaugebiete ausgewiesen wurden, es jedoch kein solches Becken gebe.

Hermut Herbort, stellvertretender Ortsvorsteher und bei der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums beschäftigt, sagte, dass nach Engstellen geschaut werden müsse. Er widersprach der Forderung von Stadtbrandinspektor Björn Wiebers, den Bach von Bäumen zu säubern, da diese den Bach im Bett halten und außerorts das Wasser in die Fläche abgeben. Bauern würden dafür eine Entschädigung erhalten. Einen überfluteten Acker halte er für weniger schlimm als überflutete Keller.

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