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Höhere Kosten: Wald könnte für Kommunen ein Minusgeschäft werden

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Von: Stefanie Salzmann

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Damit der Baum später in die richtige Richtung fällt, wird eine Fallkerbe in den Stamm gesägt. Zusätzlich umspannen Waldarbeiter den Baum mit einem Drahtseil.
Damit der Baum später in die richtige Richtung fällt, wird eine Fallkerbe in den Stamm gesägt. Zusätzlich umspannen Waldarbeiter den Baum mit einem Drahtseil. © Carolin Eberth

Für Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis könnten ihre Wälder ab dem kommenden Jahr zum teuren Minusgeschäft werden. Hessen Forst erhöht die Preise.

Werra-Meißner – Grund ist, dass sich die Tarife des Landesbetriebes Hessen Forst für die Bewirtschaftung der Kommunalwälder zum 1. Januar 2023 praktisch verdoppeln sollen. Das geht aus einem Entwurf des Hessischen Umweltministeriums hervor.

Der Grundbetrag pro Hektar Forstbetriebsfläche, die Hessen Forst betreut, soll für das kommende Jahr auf 51,63 Euro netto steigen. Während der Coronajahre lag der Satz aufgrund zahlreicher Förderungen bei 6,24 Euro je Hektar Wald, in normalen Zeiten zwischen 20 und 25 Euro je Hektar. Zwar gibt es für die Kommunen in dem Verordnungsentwurf des Ministeriums Faktoren, die den Satz etwas nach unten regulieren können, wie etwa eine geringe Bevölkerungsdichte (max. minus 20 Prozent) oder wenig Holzeinschlag wegen der hohen Waldschäden.

„Wenn wir die hohen Beförsterungskosten in Relation zu den Einnahmen aus dem Holzverkauf setzen, werden wir künftig ordentlich drauflegen müssen“, sagt Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann, dessen Gemeinde 388 Hektar Wald besitzt, bisher beförstert von Hessen Forst. Damit steht Ringgau nicht allein da. In vielen Kommunen steht der Kommunalwald wegen der niedrigen Holzpreise und der massiven Waldschäden jetzt schon in den roten Zahlen.

Doch besonders sauer sind die Verwaltungschefs darüber, dass sie bisher weder von den Forstämtern Hessisch Lichtenau und Wehretal noch vom Ministerium über die geplante Kostenerhöhung informiert wurden. „Das ist uns allen nicht bekannt“, sagen die Bürgermeister von Sontra und Wehretal Thomas Eckardt Timo Friedrich. Im Haushalt der Stadt Sontra, die 635 Hektar Stadtwald besitzt, sei jetzt für 2023 schon ein Defizit von 11 000 Euro eingeplant. „Ein noch größeres Loch im Haushalt müssen wir dann mit anderen Positionen decken“, sagt Eckhardt.

„Die Forstämter wurden frühzeitig und zeitnah über den aktuellen Stand der Planungen informiert“, heißt es aus Umweltministerium. Die neuen Kostenbeiträge würden nach dem Beschluss im Staatsanzeiger veröffentlicht.

Matthias Dumm, Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau, rechnet nicht mit einer Kündigungswelle der Kommunen. „Dafür sind die Herausforderungen der Wiederbewaldung zu groß.“ (Stefanie Salzmann)

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