Landwirtschaft im Werra-Meißner-Kreis

Hohe Pachtpreise und eine schlechte Ernte machen Landwirten das Arbeiten schwer

Die Ernte fiel in diesem Jahr im Werra-Meißner-Kreis unterdurchschnittlich aus.
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Die Ernte fiel in diesem Jahr im Werra-Meißner-Kreis unterdurchschnittlich aus.

Die Mohnernte liegt in diesem Jahr im Werra-Meißner-Kreis bei rund 40 Prozent unter dem Ertrag des Vorjahres, sagt Mohnbauer Björn Sippel. Damit steht er nicht alleine da. Auch das Getreide auf den Feldern von Michaela Breun aus Wendershausen hat unter den Wetterverhältnissen der vergangenen Monate gelitten, ihre Erwartungen an die Ernte konnten ebenfalls nicht erfüllt werden.

Werra-Meißner – „Es war insgesamt zu nass und es gab zu wenige Sonnenstunden“, so die Landwirtin. In ganz Hessen ist die Ernte auf den Feldern in diesem Jahr unterdurchschnittlich ausgefallen, berichtet der Kreisbauernverband. Besonders belastend ist das für die Landwirte im Hinblick auf die immer weiter steigenden Pachtpreise, die der schlechten Ernte gegenüber stehen. In Hessen sind sie in den vergangenen Jahren um mehr als 32 Prozent gestiegen. Das hat die aktuelle Landwirtschaftszählung des Statistischen Landesamtes Hessen ergeben.

Das bedeutet, dass Betriebe im vergangenen Jahr Pachtleistungen erbringen mussten, die um ein Drittel höher waren als noch vor zehn Jahren, schreibt Jörg Führer vom Statistischen Landesamt. Das gleiche gilt auch für den Werra-Meißner-Kreis. Lag der Pachtpreis hier 2007 noch bei durchschnittlich 131 Euro pro Hektar, mussten Landwirte im vergangenen Jahr bereits 187 Euro zahlen. Im Hessenvergleich liegt der Werra-Meißner-Kreis damit im Mittelfeld. Die höchsten Pachtpreise werden in Darmstadt fällig (317 Euro pro Hektar), im Lahn-Dill-Kreis sind die Pachtpreise am niedrigsten (80 Euro pro Hektar). Pachtpreise sind stark von der Region sowie von Angebot und Nachfrage abhängig. „Dort, wo zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt sind, wie in Hessisch Lichtenau oder Neu-Eichenberg liegen die Pachtpreise teilweise deutlich über 200 Euro je Hektar“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Schlechte Ernten und steigende Pachtpreise gehören zu den Gründen, warum, im Gegensatz zu den Preisen, die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis stark rückläufig ist. Während 2012 noch 1009 Betriebe aktiv waren, sind es bei der letzten Landwirtschaftszählung 644 gewesen.

Als Gründe für die Teuerung gibt Klinge unter anderem die Verknappung der landwirtschaftlichen Fläche durch Autobahnbau, Wohn- und Gewerbegebiete und Fahrradwege an sowie den Anstieg der Pferde- und Hobbylandwirte. (Wiebke Huck)

Landwirtschaft in Zahlen

Im Werra-Meißner-Kreis gibt es insgesamt 644 landwirtschaftliche Betriebe. Davon bewirtschaften 113 Betriebe Flächen, die größer sind als 100 Hektar. 101 davon sind Betriebe mit ökologischem Landbau, 78 Betriebe betreiben ökologische Viehhaltung. Die Gesamtgröße der landwirtschaftlich genutzten Fläche liegt im Werra-Meißner-Kreis bei 38 317 Hektar. Davon sind 24 371 Hektar Ackerland. Mehr als die Hälfte der bewirtschafteten Flächen sind gepachtet. (hbk )

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