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Forstämter melden deutlich mehr Bedarf an Holz

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Von: Nicole Demmer

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Kamin statt Gasheizung: Die Nachfrage nach Brennholz ist weiterhin hoch. Grund dafür sind die gestiegenen Gaspreise, weshalb viele ihre vier Wände diesen Winter lieber mit einem Ofen oder Kamin heizen wollen. Symbo
Kamin statt Gasheizung: Die Nachfrage nach Brennholz ist weiterhin hoch. Grund dafür sind die gestiegenen Gaspreise, weshalb viele ihre vier Wände diesen Winter lieber mit einem Ofen oder Kamin heizen wollen. Symbo © Tanja Temme

Durch die Energiekrise ist die Nachfrage nach Brennholz im Kreis gestiegen.

Werra-Meißner – Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit gestiegenen Preise für fossile Brennstoffe ist die Nachfrage nach Brennholz weiterhin hoch.

„Die Nachfrage hat sich bestimmt verdoppelt, wir haben zahlreiche Neukunden, aber auch Hamsterkäufe“, berichtet Matthias Dumm, Leiter des Forstamts Hessisch Lichtenau, auf Nachfrage. Auch die Preise haben sich verändert. Seit Anfang 2021 stieg der Buchen-Brennholzpreis um rund 35 Prozent auf aktuell 85 Euro je Festmeter, bereitgestellt am Weg. „Das liegt deutlich unter der Teuerungsrate anderer Energieträger.“ Von 85 bis 90 Euro – statt wie vor dem Ukraine-Krieg 60 bis 65 Euro – berichtet Sebastian Motschmann vom Forstamt Wehretal.

Da Hessen Forst das Gefühl gehabt habe, dass Brennholz gehamstert wird, habe die Zentrale in Kassel verfügt, „dass im Staatswald lediglich zehn Festmeter pro Haushalt/Jahr abgegeben werden dürfen“, so Motschmann. Trotz dieser Beschränkung könne der Staatswald den Bedarf an Buchenholz nicht decken. Es gebe aber auch weitere Waldbesitzer wie Kommunen, zudem sei auch Nadelholz geeignet, auch wenn es nicht denselben Heizwert wie Buche habe. „Insgesamt kann der Bedarf also gedeckt werden, er muss keiner frieren.“

Dass alle Interessenten Brennholz bekommen, bestätigt auch Dumm. Das ofenfertige Holz, nach dem zahlreiche Kunden fragen, biete Hessen Forst jedoch nicht an. Auch hier werde neben Laub-Brennholz zusätzlich günstigeres Nadelholz angeboten.

Wichtig ist Morschmann zu betonen, dass Brennholz in der nachhaltigen Forstwirtschaft, wie von Hessen Forst betrieben, nur ein sogenanntes Koppelprodukt ist. Hochwertiges Stammholz werde verwertet und das Kronenholz zu Brennmaterial. „Wir schlagen nicht mehr Holz ein, weil der Preis gerade hoch ist.“ Die Menge werde über notwendige Pflegearbeiten und nachwachsende Bäume bestimmt.

Während Dumm davon berichtet, dass sich der Diebstahl von Nadel- zu kleineren Mengen Laubholz verschoben hat, spricht Morschmann von einer Vermehrung insbesondere bei Brennholz. Deswegen werde jedem Verkäufer nach Zahlung und schriftlicher Freigabe geraten, das Holz zügig aus dem Wald abzufahren. Abfuhrscheine würden von Förstern kontrolliert, zudem setzen HessenForst, Kunden und Waldbesitzer vermehrt versteckte GPS-Sender ein, um Holzdiebe zu überführen. (nde)

Bedarf an Pellet-Heizungen stark rückläufig
Im Gegensatz zu Brennholz ist die Nachfrage nach Pellets beziehungsweise den entsprechenden Heizungen stark rückläufig, da es keine Förderungen mehr gibt, erklärt Bernd Schrader, Obermeister der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, auf Nachfrage. „Diese Art von Heizung ist staatlicherseits nicht mehr gewollt, diese Technologie ist über Nacht schmutzig geworden.Bei der Pelletsverbrennung entsteht Feinstaub, der gesundheitlich bedenklich ist.“ (nde)

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