Holzöfen droht Abschaltung

Schonfrist für Holzöfen läuft im Kreis Ende 2020 aus

Symbolbild eines Kachelofens.
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Symbolbild eines Kachelofens.

Ofenbesitzer im Werra-Meißner-Kreis sollten bald prüfen, ob ihr Heizkamin, Kachel- oder Kaminofen auch noch künftig den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Werra-Meißner – „Denn für Anlagen mit zu hohen Staub- und Kohlenmonoxidwerten, die vor 1995 errichtet wurden, endet Ende dieses Jahres die eingeräumte Schonfrist“, sagt Michael Jakob, Schornsteinfegermeister aus Waldkappel und Gebäudeenergieberater im Handwerk. Sind die Emissionen zu hoch, dürfen die Altanlagen 2021 nicht weiter betrieben werden oder müssen mit Feinstaubfiltern nachgerüstet werden – das sieht die Bundes-Immissionsschutzverordnung vor.

Michael Jakob und Ralf Krug, Bezirksschornsteinfeger mit Sitz in Wehretal und Kreismeister, raten allerdings von dem Einsetzen eines Filters in einen alten Ofen eher ab. Zwar müsse das immer von Ofen zu Ofen speziell geprüft werden, „aber die Kosten für den Filter sind in den meisten Fällen deutlich höher als Kauf und Installation einer neuen, effizienteren Anlage, die weniger Brennstoff benötigt“, sagt Krug.

Betroffen von der Verordnung sind Einzelraum-Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die von 1985 bis 1994 eingebaut wurden, und deren Emissionswerte für Feinstaub 0,15 Gramm pro Kubikmeter Abgas und für Kohlenmonoxid vier Gramm pro Kubikmeter überschreiten. „Für einige dieser Anlagen sieht der Gesetzgeber trotzdem Ausnahmen vor, die einen Betrieb ohne Nachrüstung weiter ermöglichen. Ob dies im Einzelfall zutrifft, kann der zuständige Schornsteinfeger am besten bei einem Gespräch vor Ort erläutern“, sagt Jakob.

Offene Kamine, handwerklich errichtete Grundöfen und Kochherde sowie geschlossene Kamine, die auch im offenen Zustand betrieben werden dürfen, seien zum Beispiel ausgenommen. Das gelte ebenfalls für historische Kaminöfen, die vor 1950 errichtet wurden, fügt Krug hinzu. „Alle Ofenbesitzer wurden bei den bisherigen Übergangsfristen und werden auch in Zukunft wieder rechtzeitig vor Ablauf der Fristen von ihrem Bezirksschornsteinfeger informiert“, versichert Jakob. (Carolin Eberth)

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