1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Fragen und Antworten zum Kurs zur Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden

Erstellt:

Von: Emily Spanel

Kommentare

Die Angst nehmen: Ehrenamtliche Hospizbegleiter unterstützen die Betroffenen, Angehörigen und Pflegekräfte.
Die Angst nehmen: Ehrenamtliche Hospizbegleiter unterstützen die Betroffenen, Angehörigen und Pflegekräfte. © Foto: Sina Schuldt/dpa

Eschwege – Die Hospizgruppe Eschwege bietet einen neu konzipierten Kurs zur Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden an. Wir beantworten die drängendsten Fragen.

Wer kann an dem Kurs teilnehmen?

Alle Personen, die sich für Fragen am Ende des Lebens interessieren. In dem Kurs setzen sich die Teilnehmer mit eigenen Erfahrungen bezüglich Tod und Trauer auseinander. Im geschützten Raum einer Gruppe entwickeln sie eine eigene Haltung zu dem Thema und lernen, Menschen am Lebensende – alten Menschen, Schwerstkranken – und deren Angehörigen zu begegnen. Die Ausbildung ist in einen Grund- und Vertiefungskurs unterteilt und enthält eine Praktikumsphase. Er wird im August 2022 beginnen und im März 2023 abgeschlossen sein.

Was machen Hospizbegleiter eigentlich genau?

Das Wichtigste ist: Hospizbegleiter schenken Zeit. Regelmäßig, meist einmal die Woche, besuchen sie die zu begleitenden Menschen und erspüren, was gebraucht wird: Gespräche, Vorlesen, Spazieren gehen, Zuhören, Musik machen oder auch einfach nur Dasein. Die Menschen am Lebensende sollen am Leben noch teilhaben können, so gut es geht. Pflegerische Tätigkeiten sind keine Aufgaben der Hospizbegleiter.

Wie werden Hospizbegleiter eingesetzt?

Die Koordinatorinnen der Hospizgruppe werden von Angehörigen oder Pflegeeinrichtungen um Hilfe gebeten. Sie machen einen Erstbesuch und überlegen dann, welcher Ehrenamtliche zu diesem Menschen passen würde. Gemeinsam findet dann ein erster Besuch zum gegenseitigen Kennenlernen statt. Es kann vorkommen, dass keine gegenseitige Beziehung aufgebaut werden kann.

Welche Hilfen bekommen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter?

Zunächst mal stehen jederzeit die Koordinatorinnen im Hospizbüro zu einem Gespräch zur Verfügung. Einmal im Monat finden Aktiven-Treffen statt, die dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und der Unterstützung dienen und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ehrenamtlichen stärken. Außerdem wird viermal im Jahr eine Supervision angeboten, die durch eine externe Supervisorin durchgeführt wird. Auch Vorträge und Fortbildungen zu verschiedenen Themenbereichen werden regelmäßig angeboten. Die jährlich stattfindende Weihnachtsfeier und der Sommerausflug sind als „Dankeschön“ an die Ehrenamtlichen zu verstehen.

Was bringt mir die Ausbildung persönlich?

In der Gruppe entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das es ermöglicht, sehr persönliche Fragen zu klären, denen man sich allein nicht gerne stellt. Wie gehe ich selbst mit Krankheit, Altern und Lebenseinschränkungen um? Das Nachdenken und Sprechen über diese Themen und auch Sachinformationen über das Sterben, den Umgang mit der Trauer nehmen die eigene Unsicherheit.

Was sagen Hospizbegleiter über ihre Erfahrungen?

Jede Begleitung verläuft unterschiedlich. Manchmal wird man sehr spät gerufen und kann keine persönliche Beziehung zu dem Begleitenden mehr aufbauen; manchmal begleitet man eine Person über mehrere Monate, erlebt noch vieles gemeinsam und es entsteht eine enge Beziehung. Es kann dabei zu belastenden Situationen kommen. Darum ist die entsprechende Vorbereitung durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung so wichtig. Auf der anderen Seite erlebt man so viel Positives und man bekommt so viel zurück: Wenn die zu begleitenden Menschen ihre Freude über den Besuch zeigen, wenn ein Sterbender sich beruhigt, weil man einfach da ist und vielleicht die Hand hält und weil beim Spaziergang noch mal Frühlingstage genossen werden können.  

Informationsabend für Interessierte am 14. Juli

Für alle Interessierten an diesem Ausbildungskurs wird ein Informationsabend angeboten, an dem viele Fragen persönlich geklärt werden können. Er findet statt am Donnerstag, 14. Juli, ab 19 Uhr in der Reichensächser Straße 5. Eine vorherige Anmeldung unter der Rufnummer 0 56 51/33 83 14 ist erforderlich.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage hospizgruppe-eschwege.de

Auch interessant

Kommentare