Mehr Vor- als Nachteile

Hotels im Werra-Meißner-Kreis profitieren von Buchungsportalen

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Werra-Meißner – Ohne Buchen von Fremdenzimmern im Internet geht es nicht mehr. Im Werra-Meißner-Kreis könnte sogar Nachholbedarf beim Angebot bestehen. 

Denn: Die Zahl der Übernachtungen ist gegen den Hessen-Trend rückläufig. Unkritisch werden die Buchungsportale dennoch nicht gesehen.

Tourismusverbände und Hotelbetreiber aus dem Landkreis bewerten die Zusammenarbeit mit den Portalen durchaus positiv. Air-BNB, Booking.com und Co. werden von ihnen vor allem als Marketing- und Vermarktungsinstrument gesehen. Und auch der bequeme Weg, Gäste einzubuchen, wird als Vorteil erachtet.

Christian Pelikan, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes im Kreis und selbst Hotelier in Bad Sooden-Allendorf, sagt: „Die Buchungsportale entlasten uns personell.“ Er sieht Vorteile bei der Übernachtungsgarantie und der Bezahlung – vor allem für kleine Betriebe, die das selbst gar nicht leisten könnten. Problematisch seien aber, so merkt er kritisch an, teilweise die Gästebewertungen, wenn einfache Landgasthäuser mit Fünf-Sterne-Hotels verglichen würden.

Für die Dienstleistung müssen die Unternehmen Provision an die Portalbetreiber zahlen. „Die 15 Prozent sind schon von Nachteil“, sagt Gerhard Dickmann, Inhaber des Hotels Zur Struth in Eschwege, der den Dienst dennoch nutzt. 20 Prozent mehr Gäste habe er. Die große Reichweite sei der größte Vorteil.

Das sieht auch Jutta Riedl von der Tourist-Info in Eschwege als Pluspunkt. Beherbergungsbetriebe sollten die Provision als Teil ihres Werbebudgets sehen. „Die Buchungsportale nutzen Gästen und Gastgebern“, sagt sie. Allerdings würden die Möglichkeiten der verschiedenen Buchungsportale noch viel zu wenig ausgeschöpft.

Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer vom Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, sagt schon seit langem: „Wer heute nicht online buchbar ist, macht keine Geschäfte.“ Kunden würden Sofortbestätigungen von Buchungsanfragen erwarten und Bewertungen lesen wollen.

Tourismuszahlen für 2018 des Werra-Meißner-Kreises

Im Werra-Meißner-Kreis gab es im vergangenen Jahr 714 660 Übernachtungen. Laut dem Hessischen Statistischen Landesamt sind das 2,7 Prozent weniger als 2017. Gäste bleiben durchschnittlich 4,2 Tage in der Region. 

Zwölf Betriebe gebe es mit 25 oder mehr Gästezimmern, bei ihnen habe die durchschnittliche Auslastung im vergangenen Jahr bei 34 Prozent gelegen. Der Werra-Meißner-Kreis steht damit im Gegensatz zum hessenweiten Trend: Landesweit haben die Übernachtungen um 1,9 Prozent zugenommen.

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