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Interview: Alexander Feiertag freut sich auf ein besonderes Open Flair

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Von: Theresa Lippe

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Alexander Feiertag organisiert seit 1985 das Kultfestival. Nach zwei Jahren Pandemie-Pause geht es diesen Sommer weiter mit dem Open Flair.
Alexander Feiertag organisiert seit 1985 das Kultfestival. Nach zwei Jahren Pandemie-Pause geht es diesen Sommer weiter mit dem Open Flair. © Theresa Lippe

Eschwege – Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause findet das Open-Flair-Festival (OF) in diesem Sommer wieder statt. Wir haben mit Open-Flair-Geschäftsführer Alexander Feiertag gesprochen.

Herr Feiertag, ein paar schnelle Fragen zum Einstieg: Wie sicher findet das OF 2022 statt?

Mit hundert-prozentiger Sicherheit!

Bei voller Kapazität?

Ja, wir planen mit 20.000 Besucherinnen und Besuchern. Wir hoffen auf einen relativ normalen Sommer.

Gibt es noch Tickets für Kurzentschlossene?

Wir haben noch etwa 800 Karten im Verkauf. Die Preise sind dieselben, die wir schon für das ausgefallene Open Flair 2020 verlangt haben. (Dauerkarte: ab 139 Euro)

Rentiert sich das denn überhaupt?

Naja... Die Preise haben wir veranschlagt mit Sicht auf die anfallenden Kosten für das Jahr 2020. Die Ausgaben für diesen Sommer werden um einiges höher sein, schließlich ist alles teurer geworden – Energie, Dienstleistungen, Bier.

Heißt?

Damit wir am Ende schwarze Zahlen schreiben können, werden wir eine Fundraising-Aktion ins Leben rufen, bei der Interessierte dann spenden können.

Und das Bier?

Das wird wohl oder übel teurer werden in diesem Jahr.

Reden wir über das Line-up – Kommen alle Künstler, die bereits für 2020 zugesagt hatten?

Tatsächlich hat nicht ein Einziger abgesagt. Alle gebuchten Bands und Künstler sind auch 2022 mit dabei. Alle sind heiß darauf, endlich wieder live zu spielen.

Sind schon alle Sängerinnen und Sänger bekannt?

Nein, für die Hauptbühne gibt es noch acht Künstler, deren Namen nicht veröffentlich wurden.

Und die sind noch streng geheim?

Ganz genau – zumindest aktuell. Aber es sind bekannte Gesichter dabei. In nächster Zeit werden wir das restliche Line-up natürlich noch bekannt geben.

Was bedeutet es für Eschwege, dass das OF wieder stattfindet?

Die Tage vom Open Flair sind für die Stadt wie ein Weihnachtswochenende – besonders für den Einzelhandel und die Gastronomie. Viele Leute haben Eschwege das erste Mal überhaupt erst durch das Festival wahrgenommen und auch lieben gelernt. Obwohl wir hier geografisch die Mitte Europas sind. Es bedeutet also für die ganze Stadt sehr viel, dass das OF wieder stattfindet und die Menschen hierher zurückkommen.

Klingt nach treuen Fans?

Absolut. Es gibt beispielsweise eine Gruppe, die kam anfangs als Kommilitonen und inzwischen arbeiten sie in ganz Deutschland verstreut als Chirurgen. Die treffen sich weiter jährlich in Eschwege. Manchen gefällt es so gut, dass sie sich hier einen Garten zugelegt haben.

Ist das 36. OF ein besonderes und wenn ja, wieso?

Es fühlt sich auf jeden Fall so an. Wir sind in keiner Routine, wir müssen vieles neu regeln und erfinden. Es ist ein ganz besonderes Jahr und wir freuen uns sehr, dass es weitergeht. Das wird ein riesiges Wiedersehen.

Was lief wegen Corona bei der Planung anders?

Alles. Sonst hatten wir von Jahr zu Jahr einen Workflow: 1500 Ehrenamtliche die fast alle immer wieder mitgeholfen haben, Dienstleister die wir sonst im Sommer verabschiedet und im Januar nur noch wegen Details für den aktuellen Sommer gesprochen haben. Das ist jetzt anders.

Bedeutet konkret?

Egal ob Technik, Container oder Toiletten: Alle Betreiber und Freelancer mussten sich durch die Coronazeit retten. Einige haben sich andere Nischen gesucht. Daraus resultiert jetzt Personal- und Materialknappheit, da beispielsweise manche Bühnentechnik bereits für andere Events gebucht wurde. Auch die Lebensumstände vieler junger Helfer haben sich verändert. Manche sind zum Studieren weggezogen, andere sind Eltern geworden. Wir sind aber zuversichtlich, dass trotzdem alles klappt.

Wie sieht’s mit Coronamaßnahmen aus? Wird mit Maske gefeiert?

Ein Hygienekonzept können wir erst kurzfristig im Sommer erstellen, da sich die Auflagen stetig ändern. Aber da alles draußen und im Sommer stattfindet, wird es keine Maskenpflicht geben, nein.

Open Flair startet Fundraising um auf schwarze Zahlen zu kommen

Zur Person

Alexander Feiertag (58) ist Geschäftsführer des Arbeitskreises Open Flair. Feiertag war maßgeblich an der Entstehung des Festivals im Jahr 1985 beteiligt. Er ist dreifacher Vater und verheiratet. In Kassel hat er Stadt- und Landschaftsplanung studiert, was er mit dem Diplom abschloss. Sein erster Festivalbesuch war in Mainz das Open-Ohr-Festival. 

Tickets und Infos: open-flair.de

Von Theresa Lippe

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