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Wichtelfest in Reichensachsen: Festausschuss gibt Termin und erste Programmpunkte bekannt

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Von: Emily Spanel

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Ohne sie geht nichts: Die Ursprünge des Reichensächser Wichtel- und Heimatfestes liegen in einem Märchen begründet. Bis heute steigen sieben Wichtel, verkörpert von heimischen Schülern, den Spitzenberg herab, um das Fest zu eröffnen. Archiv
Ohne sie geht nichts: Die Ursprünge des Reichensächser Wichtel- und Heimatfestes liegen in einem Märchen begründet. Bis heute steigen sieben Wichtel, verkörpert von heimischen Schülern, den Spitzenberg herab, um das Fest zu eröffnen. Archiv © privat/nh

Reichensachsen – Der Juni bringt sämtliche Voraussetzungen mit, um als Lieblingsmonat 2023 anerkannt zu werden. Trotz Inflation und Unsicherheit ist alles voller Licht, die Natur sprießt, die Tage sind lang, die Nächte lind – und außerdem wird in Reichensachsen wieder das Wichtelfest gefeiert.

Von Mittwoch, 7. Juni, bis Montag, 12. Juni, wird sich der Wehretaler Ortsteil im Ausnahmezustand befinden – dann, wenn das 69. Heimatfest wieder ausgelassen und heiter mit Gästen aus der ganzen Region gefeiert wird.

Rückenwind gibt dem Organisationsteam, dessen Planungen schon jetzt längst auf Hochtouren laufen, die überwältigende Resonanz auf die zurückliegenden Feste. Die Unsicherheit des vergangenen Jahrs – immerhin das erste große Volksfest in Reichensachsen nach der Coronapandemie – ist überwunden. „Samstags wurde sogar mit früheren Rekordbesucherzahlen gleichzogen“, erinnert sich Manuel Karges für den Festausschuss. Auch der Zulauf an den übrigen Tagen zeige die Einzigartigkeit des Wichtelfestes im Bezug auf die Programmpunkte – und die Identifikation der Reichensächser und ihrer Gäste mit ihrem Heimatfest.

Los geht es am Mittwoch, 7. Juni

Das Wichtelfest beginnt aufgrund des Feiertages Fronleichnam ausnahmsweise schon am Mittwoch, 7. Juni. Erster Höhepunkt wird dann der traditionelle kulturelle Abend im Saal des Bürgerhauses Reichensächser Hof sein. Am folgenden Fronleichnamstag wird es – zumindest keine offizielle – Veranstaltung geben.

„Das Fest wird am Freitag mit dem bewährten Ablauf der Straßenfeste, der Party vor dem Rathaus und den diversen Veranstaltungen der Reichensächser Gastronomie fortgesetzt“, gibt Manuel Karges bekannt.

Am Samstagabend steuert das Wichtelfest auf die große Party zu. Verpflichtet werden konnten erneut „Die Rebellen“ – „eine der Top-Volksfestbands Deutschlands“. Im Zelt werden sie für Stimmung sorgen, die ihresgleichen sucht.

Für den Wichtelfest-Sonntag sei es gelungen, neben den einheimischen Musikzügen zum Festzug sowie dem einzigartigen Platzkonzert eine Formation zu verpflichten, „die in Europa auf den größten Musikfestivals zu Gast ist. Näheres folgt im Laufe des Jahres“, sagt Manuel Karges. Am Montag stehen ebenfalls wieder zwei Bands zum Frühschoppen und Ausklang des Festes auf dem Programm.

Das Märchen: die Grundlage des Wichtelfests

Die Grundlage des Reichensächser Heimatfestes ist im Übrigen seit jeher das Märchen der Reichensächser Wichtel.

Es heißt, dass in längst vergangenen Jahren böse Menschen den fleißigen „Heinzelmännchen“ die Arbeit erschwerten. Eine Gruppe beschloss also, von den Menschen abzuwandern. Die Wichtel gelangten schließlich in ein von Bergen und Kuppen umgebenes Tal, durch das hastig ein Fluss eilte. Die Menschen, die dort lebten, erschienen ihnen fleißig, treu und rechtschaffen. So siedelten die Wichtel auf dem Spitzenberg – heute bekannt als der Hausberg Reichensachsens.

Die Wichtel halfen den Bauern und machten den Handwerkern die Arbeit leichter. Aber eines Tages kamen die Wichtel nicht mehr: Das war damals, als die Menschen untereinander Krieg führten. Und Kriege mögen die Wichtel nicht.

Weitere Jahre gingen ins Land, und die Welt wurde wieder heller und fröhlicher. Da schickten die Menschen eine Abordnung zum Berg und baten die Zwerge, wieder wie einstmals ins Tal zu kommen. Als sie der Bitte nachkamen, erblickten die Wichtel viele Gesichter, die vorher nicht in Reichensachsen gewesen waren. Mit ihnen fühlten sich die Wichtel verbunden. „Vergesst nicht: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Gebt ihnen eine neue Heimat, geht nicht fremd aneinander vorbei, denn wir alle haben das gleiche Schicksal und Los.“

Und weil die Menschen auf die Wichtel hörten, kommen sie seitdem jedes Jahr wieder ins Tal, wo ihnen zum Heimatfest ein freudiger Empfang bereitet wird und sie die Leute mit ihrem Wichtelspruch freudig begrüßen.

Von Emily Hartmann

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