Online-Gespräch

Im Netz Zivilcourage zeigen: So gehen Eltern mit Hass und Mobbing im Internet um

Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, stößt schnell auch auf Hass im Netz. Die Folgen können für Betroffene schwerwiegend sein.
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Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, stößt schnell auch auf Hass im Netz. Die Folgen können für Betroffene schwerwiegend sein.

Click-Smart, das Mediennetzwerk Werra-Meißner-Kreis, veranstaltete einen weiteren Online-Elterntalk: Diesmal ging es um die Themen Hate Speech und Cybermobbing.

Werra-Meißner – Digitale Gewalt in Form von Hass und Diskriminierung finden zunehmend in sozialen Netzwerken, Kommentarspalten und Chatgruppen statt. Menschen werden, auch im Schatten der Anonymität, beleidigt, beschimpft und gehetzt.

Die Referentin des Elternabends war Ann-Kathrin Mogge von dem Projekt „#hatebreach – Hass im Netz begegnen“. Träger des Projektes ist der Verein „Die Kopiloten“ aus Kassel. Der Bereich, in dem die Mitglieder des Projektes tätig sind, ist die Prävention.

„Hate Speech, übersetzt Hassrede, und ihre Normalisierung setzen plurale Demokratie massiv unter Druck und schränken Grundrechte ein“, sagt Ann-Kathrin Mogge. Die digitale Gewalt würde sich auch immer häufiger in der analogen Welt entladen. Da die Jugendlichen zwischen 14 und 27 Jahren einen Großteil ihrer Zeit im digitalen Raum verbringen, nehmen auch sie Hate Speech wahr. Jeder Sechste von ihnen fühle sich persönlich angegriffen und aus Angst vor Hasskommentaren äußere in etwa die Hälfte der Jugendlichen ihre eigene Meinung nicht öffentlich. Die meisten Urheber von Hate Speech seien in der Regel männlich und älter als 35 Jahre.

Onlinetalk zu Fake News

Der nächste Videotalk findet am Donnerstag, 27. Januar, zu „Fake-News“ statt.

Was genau ist aber der Unterschied zwischen Hate Speech und Cybermobbing? Bei Hate Speech werde meist anonym agiert und sich gegen einzelne Personen oder Gruppen gerichtet, die man persönlich nicht kenne. Es sei meist situativ und beziehe sich auf bestimmte Debatten oder Situationen auf politischer Ebene. Beim Cybermobbing kennen sich die Beteiligten meist auch in der analogen Welt. Es laufe häufig über einen längeren Zeitraum, spitze sich weiter zu und eskaliere.

Hasskommentaren einen Schritt voraus sein.

Ann-Kathrin Mogge stellte in ihrem Vortrag Möglichkeiten vor, was man gegen Hass im Netz tun kann. Zum einen sollte man respektvoll aufeinander zugehen und die Person, die in den Kommentaren auffällt, darauf hinweisen. Ein weiterer Punkt sei das Solidarisieren mit anderen Betroffenen, um ihnen zu zeigen: Sie stehen nicht allein da mit ihrer Meinung. Man könne auch etwas Positives posten, um möglichen Hasskommentaren einen Schritt voraus zu sein.

Nachfragen sei auch eine gute Methode, indem man nach den Quellen der Aussagen fragt oder das Geschriebene zerlegt und genauer hinterfragt. Oft seien es ausgedachte und falsche Behauptungen, die mit einem Faktencheck entlarvt werden könnten.

Ignorieren sei bei manchen Kommentaren eine gute Methode oder auch das Antworten mit Humor. Ann-Kathrin Mogge macht deutlich, dass man auch im Netz Zivilcourage zeigen solle. Es sei wichtig, auch im Internet nicht wegzuschauen und gegebenenfalls digitale Gewalt zur Anzeige zu bringen. Alles, was in der analogen Welt verboten ist, sei auch in der digitalen Welt eine Straftat.

Die Politik habe bereits den Handlungsbedarf erkannt und eine App namens Meldehelden erstellt. In dieser App können Links oder Screenshots gemeldet werden, in denen es zu digitaler Gewalt wie Verleumdungen, Beleidigungen, Hasskommentaren, Volksverhetzung oder sonstigem kommt.

Die Kommentare und Beiträge werden daraufhin geprüft und je nach Art der Gewalt werden auch rechtliche Schritte eingeleitet. Das Ganze kann auch anonym gemeldet werden. Von Patrizia John

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