Neue Gebührenordnung ist in Kraft getreten

Im Notfall fällt die Rechnung vom Tierarzt hoch  aus

Für Kathrin Turban von der Tierarztpraxis Troyke in Witzenhausen steht das Wohl der Tiere an erster Stelle: Hier ist sie in ihrer Praxis zusammen mit Hündin Pauline zu sehen.
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Für Kathrin Turban von der Tierarztpraxis Troyke in Witzenhausen steht das Wohl der Tiere an erster Stelle: Hier ist sie in ihrer Praxis zusammen mit Hündin Pauline zu sehen.

Tief in die Tasche greifen müssen Tierbesitzer seit Mitte Februar auch im Werra-Meißner-Kreis, wenn sie außerhalb der offiziellen Sprechzeiten mit Hund, Katze oder Maus eine Arztpraxis aufsuchen.

59,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer werden neuerdings als Notfallgebühr fällig. Dazu kommt ein erhöhter Abrechnungssatz für die Behandlung. Bundesrat und Bundeskabinett haben dieser neuen Gebührenordnung zugestimmt, sie ist für Tierärzte in der Bundesrepublik verpflichtend.

Auch in Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf müssen sich die Veterinäre mit den neuen Gebühren auseinandersetzen. Josef Kenter, Tierarzt in Bad Sooden-Allendorf, sieht die neue Ordnung kritisch: „Für Kliniken mag das sinnvoll sein, denn die müssen oft eine 24-Stunden- Notfallversorgung gewährleisten und in dieser Zeit auch ihr Personal bezahlen, so Kenter. Niedergelassenen Tierärzten würde die verpflichtende Notdienstgebühr und der damit verbundene erhöhte Abrechnungssatz die Flexibilität nehmen, findet er. Außerdem hat er die Befürchtung, dass Tierbesitzer durch die hohen Kosten abgeschreckt werden und dringend notwendige Behandlungen auf die reguläre Sprechstunde verschieben könnten. „Dann wären die Tiere die Leidtragenden“, so Kenter.

Auch Kathrin Turban, Tierärztin in der Praxis Troyke in Witzenhausen, hofft, dass die Notdienstgebühren nicht ausgenutzt werden und Kunden dadurch mit unverhältnismäßig hohen Forderungen rechnen müssen. Sie weiß, wie schwer es ist, Ärzte und Assistenten für Notdienste zu finden. „Die Wartezimmer während der Notfallsprechstunden sind voll, genau wie bei den Humanmedizinern“, sagt Kathrin Turban. Vielleicht würden die neuen Gebühren auch dazu beitragen, dass sich nur noch echte Notfälle nachts oder am Wochenende melden, hofft sie.

Hintergrund:

Notdienst-Regelung im Überblick

Die neue Gebührenordnung für Tierärzte ist am 14. Februar in Kraft getreten. Bei einem Besuch außerhalb der Sprechzeiten, nachts und am Wochenende müssen die Veterinäre eine einmalige Notdienstgebühr in Höhe von 50 Euro plus Mehrwertsteuer, insgesamt 59,50 Euro, in Rechnung stellen sowie mindestens den doppelten Satz berechnen. Berechtigt sind sie sogar, den vierfachen Satz abzurechnen.

Bundesweit bröckelt die tierärztliche Notdienstversorgung. Auch im Werra-Meißner-Kreis gibt es keinen organisierten tierärztlichen Notdienst.

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