Zweiter Vorhang am Grebendorfer Anger

Im Oktober eröffnet das Weintheater Grebendorf wieder mit einer 1920er-Jahre-Show

Bühnenreif: Das Ensemble aus (von links) Ronka Nickel, Cornelia Kempers, Hans Schwab, Lutz Jahr und Ernst Bechert geben ein 20er-Jahre-Programm.
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Bühnenreif: Das Ensemble aus (von links) Ronka Nickel, Cornelia Kempers, Hans Schwab, Lutz Jahr und Ernst Bechert geben ein 20er-Jahre-Programm.

Zweiter Vorhang für das Grebendorfer Weintheater: Mit einem Nostalgieprogramm mit Texten, Chansons und Musik aus den 1920-Jahre will das Ensemble um Lutz Jahr am 9. Oktober den Auftakt für das Winterprogramm des Weintheaters am Anger geben.

Grebendorf - „Wir wollen dem Publikum eine bunte und unterhaltsame Palette und einige klassische Überraschungen bieten“, sagt der Schauspieler, der einen Teil des Erdgeschosses des alten Amtsgebäudes am Grebendorfer Anger zu einem Theater mit Ausschank umgebaut hat. Die erste Eröffnung im Herbst vorigen Jahres blieb dann zunächst wegen des Lockdowns die vorerst letzte Vorstellung.

Über viele berufliche Kontakte, aber auch private Freundschaften, die Jahr pflegt, hat er jetzt ein fünfköpfiges Ensemble zusammengestellt, dem die Schauspielerin Cornelia Kempers, der Komponist Ernst Bechert, sowie der Schauspieler Hans Schwab und die Regisseurin und Schauspielerin Ronka Nickel angehören.

Ensemble stellt jetzt Programm zusammen

Das Ensemble, das in ganz Deutschland beheimatet ist, hat jetzt mit der Zusammenstellung und den Proben begonnen. Einig sind sie zur Weintheater-Eröffnung, einen Schwerpunkt unter anderem auf Friedrich Hollaender zu legen. Hollaender war in den 1920er Jahren eine feste Größe in der Berliner Kulturszene, darunter an Trude Hesterbergs „Wilde Bühne“. Er komponierte und textete Lieder und begleitete beispielsweise Grete Mosheim. Später eröffnete er das Tingel-Tangel-Theater in Berlin. Für den Film der „Blaue Engel“ schrieb er das Lied „Von Kopf bis Fuß“. Aber auch Texte, Lieder und Balladen von Hans Albers und Kurt Tucholsky sollen auf dem Programm stehen. „Wir erarbeiten jetzt ein Programm aus verschiedenen Bausteinen, sodass jeder von uns auch die Möglichkeit hat, für sich zu proben“, sagt Cornelia Kempers. „Der Abend soll einen roten Faden haben.“

Zwar sind Anfang Oktober sowohl Wetter als auch mögliche Coronabeschränkungen Unwägbarkeiten, aber die Truppe will nach eineinhalb Jahren Zwangspause auf die Bühne. „Wir wollen spielen, und wenn wir drei Pullover übereinander ziehen müssen“, sagt Claudia Kempers.

Lutz Jahr will am 9. Oktober zumindest dafür sorgen, dass das Publikum von oben trocken bleibt, der bestuhlte Platz vor dem Gebäude wird mit Sonnensegeln überdacht. Die Bühne kommt auf ein Podest vor dem Haus. „Das Haus wird jetzt eine Renaissance erleben“, hofft Jahr. Am Sonntagnachmittag, 10. Oktober, liest Cornelia Kempers im Weintheater aus ihrem Roman „Grenzländlinge“.

Die Eröffnung am Samstag, 9. Oktober, beginnt um 18.30 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. Der Eintritt ist nach dem Motto „Eintritt bei Austritt“ frei.

Weil das Publikum voraussichtlich auf 100 Personen beschränkt werden muss, bittet Lutz Jahr um eine Voranmeldung unter der E-Mail: Lutzelot@web. de mit dem Betreff „Weintheater“. (Stefanie Salzmann)

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