Planungen für Windkraft schreiten voran

Im Ringgau sollen insgesamt 13 Anlagen errichtet werden – Baubeginn ist 2023 geplant

Eine Übersicht der 13 geplanten Anlagen in den Gemarkungen von Netra und Rittmannshausen.
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Eine Übersicht der 13 geplanten Anlagen in den Gemarkungen von Netra und Rittmannshausen.

Im Verlauf des vergangenen Jahres ist es still um die geplanten Windkraftanlagen im Ringgau geworden. Doch die Planungen der drei Unternehmen Ostwind, RWE und Eno Energy schreiten in großen Schritten voran.

Netra - Die drei Unternehmen wollen in den beiden sogenannten Windenergievorranggebieten ESW 35 (oberhalb von Netra) und ESW 38 (oberhalb von Rittmannshausen) insgesamt 13 Windkraftanlagen errichten.

„Das Thema schläft nicht“, sagte Bürgermeister Mario Hartmann am Donnerstagabend, als er der Gemeindevertretung, der inzwischen viele neue Parlamentarier angehören, den aktuellen Stand sowie die Historie der Windkraftprojekte schilderte.

RWE mit sechs Anlagen

Dabei sind Planung und Genehmigungsverfahren von RWE laut Hartmann am weitesten fortgeschritten. RWE will je drei Anlagen bei Netra und Rittmannshausen bauen. Das Unternehmen selbst geht davon aus, dass Anfang 2023 Baustart bei Rittmannshausen sein könnte.

Die Gesamthöhe der Windräder liegt bei 240 Metern, die Nennleistung bei 5,5 MW. Bei einem Ortstermin mit RWE im November vorigen Jahres sei es bereits darum gegangen, welche Bäume weichen und welche Wege verbreitert werden müssen, um die Windräder anzutransportieren. RWE prüft weitere Fläche bei Netra (rot schraffiert).

Ostwind will in Wald

Die Firma Ostwind will fünf Anlagen auf Flächen von Hessen-Forst oberhalb von Netra bauen.

Nach Vorstellungen des Unternehmens soll Baubeginn ebenfalls Mitte 2023 sein. Ostwind prüft darüber hinaus eine weitere Fläche bei Netra (dunkelblau schraffiert).

Eno Energy klagt

Eine der beiden von Eno Energy geplanten Anlagen bei Netra wurde vom Regierungspräsidium abgelehnt, dagegen klagt das Unternehmen derzeit. Die zweite Anlage befindet sich im Genehmigungsverfahren.

Die Gemeinde will nun noch mal prüfen lassen, welche rechtlichen Möglichkeiten ihr zur Verfügung stehen, um die Projekte zu stoppen. „Dafür brauchen wir aber noch Unterstützung aus diesen Reihen“, sagte Hartmann den Gemeindevertretern, dazu müsse sich das Parlament grundsätzlich positionieren.

„Hier ist Widerstand erforderlich“, sagte Marco Schäffer (CDU). „Wir müssen den Menschen sagen, was für harte Fakten auf sie zukommen.“ Ramona Renk (SPD) sagte, dass die Ausweisung der Vorranggebiete nicht in der Entscheidungsgewalt der Gemeindevertretung läge. „Das RP wird genehmigen oder nicht.“

Die Flächen

Nach Auskunft von Hartmann befinden sich alle Flächen für Windkraftanlagen entweder in Privatbesitz oder gehören Hessen-Forst. Lediglich ein Grundstück bei Rittmannshausen befindet sich im Eigentum der Gemeinde Ringgau. „Ich gehe davon aus, dass die Eigentümer zugestimmt haben und es Verträge gibt.“ Wie viele Anlagen tatsächlich gebaut werden, lasse sich nicht sagen, „da jede einzelne Anlage vom Regierungspräsidium einzeln genehmigt werden muss.“

Zur Geschichte

2016 hatte die Regionalversammlung Nordhessen (RV) fast einstimmig die Windvorranggebiete beschlossen, darunter auch ESW 35 und ESW 38. Der RV gehören Ehrenamtliche aus den nordhessischen Landkreisen sowie der Städte Kassel und Fulda an.

Ende 2017 hatte die Gemeindevertretung Ringgau beschlossen, die ausgewiesenen Vorranggebiete für Windkraftanlagen zu unterstützen. Sowohl die Bürger als auch die Gemeinde sollten davon finanziell profitieren können.

2018 hat die Gemeinde Ringgau mit der Firma Vortex Energy (heute RWE) einen umfangreichen Vertrag über 60 für Windkraft nutzbare Flurstücke, den Bau von Mess- und Transformationseinrichtungen, Lager- und Montageflächen, Wegerechte etc. geschlossen. „Die Verträge haben nach wie vor Gültigkeit“, so Bürgermeister Hartmann. (Stefanie Salzmann)

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