Hessen Herzland der europäischen Buchen

Im Werra-Meißner-Kreis stark verbreitet: Rotbuche ist Baum des Jahres

Sie nimmt in Hessen etwa ein Drittel der Waldfläche ein: die Rotbuche. Den Namen trägt sie wegen ihres rötlichen Stammholzes. Frei stehende Exemplare wie diese bilden eine breite Krone aus, im Bestand wachsen die Buchen sehr schlank und hoch.
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Sie nimmt in Hessen etwa ein Drittel der Waldfläche ein: die Rotbuche. Den Namen trägt sie wegen ihres rötlichen Stammholzes. Frei stehende Exemplare wie diese bilden eine breite Krone aus, im Bestand wachsen die Buchen sehr schlank und hoch.

Die Rotbuche, meist einfach Buche genannt, wurde jetzt zum Baum des Jahres 2022 gewählt. Rotbuche wird der Baum wegen der rötlichen Färbung des Holzes und der Färbung des Herbstlaubes genannt.

Werra-Meißner – Das Verbreitungsgebiet der Rotbuche erstreckt sich durch ganz Europa. In Deutschland ist sie der häufigste Laubbaum in den Wäldern und belebt etwa 15 Prozent der Waldfläche. Im waldreichen Hessen nimmt die Buche sogar einen Flächenanteil von 31 Prozent ein. In der römischen Geschichtsschreibung wurde ab 53 v. Chr. die Bezeichnung „Buchonia“ für ein Waldgebiet gebraucht, das etwa dem Osten und Nordosten des heutigen Bundeslandes Hessen entspricht.

Naturschutz

Auch aus Sicht des Naturschutzes trägt Hessen international eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Buchenwälder. So ist ein Teil des hessischen Nationalparks Kellerwald-Edersee auch Bestandteil der Unesco-Welterbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder Europas“.

Im Werra-Meißner-Kreis sind mehrere Naturschutzgebiete zum Schutz der Buchenwälder ausgewiesen. Das sind die Naturschutzgebiete Boyneburg und Schickeberg, Graburg, Hessische Schweiz und Plesse-Konstein. Auch die eindrucksvollen Bergbuchenwälder an den Hängen des Hohen Meißners werden im größten hessischen Waldnaturschutzgebiet geschützt.

Wuchs und Alter

Rotbuchen können bis zu 45 Meter hoch werden. Ihr Wuchs ist im dichten Bestand schlank mit einem bis zu 25 Metern astfreien Stamm und oft schräg nach oben gerichteten Kronenästen. Stehen Buchen frei, neigen sie dazu, in die Breite zu wachsen. Oft setzt die ausladende Krone dann schon in zwei bis drei Metern Höhe an und sitzt auf einem wuchtigen Stamm.

In Deutschland werden Buchen kaum älter als 300 bis 350 Jahre. Auffällig und einzigartig unter den Waldbäumen ist ihre bis ins hohe Alter glatte, silbergraue Rinde. In forstlich bewirtschafteten Beständen werden Buchen im Alter von 120 bis 160 Jahren eingeschlagen.

Ansprüche

Die Buche stellt keine besonderen Ansprüche an den Standort. Der Boden darf nur nicht zu nass oder extrem trocken sein. Die Buche ist eine sehr konkurrenzstarke Waldbaumart, die sich gegen die meisten anderen Baumarten sehr gut durchsetzen kann. Unter dem den Waldboden stark beschattenden Laubdach der Altbuchen können – neben dem eigenen Nachwuchs – nur wenige andere Baumarten überleben.

Durch die Einführung der naturnahen Forstwirtschaft vor einigen Jahrzehnten, die auf größere Kahlschläge völlig verzichtet, hat der Anteil des Buchenwaldes in den Wirtschaftswäldern wieder deutlich zugenommen.

In den Trockenjahren von 2018 bis 2020 haben alle Waldbaumarten stark gelitten. Von den Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Eiche und Buche war nach dem Waldzustandsbericht der Bundesregierung die Fichte am stärksten getroffen. Die geringste Absterberate wies die Buche auf. Damit spricht vieles dafür, dass die Buche ihren Platz in den Wäldern trotz des Klimawandels behaupten kann. Die Rotbuche wird manchmal auch die „Mutter des Waldes“ genannt.  (Dr. Jörg Brauneis)

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