Immobilie auf Dauer nicht zu halten

Kirche will sich von Gemeindehaus in Frieda trennen – Gebäude steht unter Denkmalschutz

Soll verkauft werden: das evangelische Gemeindehaus in Frieda. Die Kirche will sich von der Immobilie trennen, weil sie kaum noch für die Unterhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes aufkommen kann.
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Soll verkauft werden: das evangelische Gemeindehaus in Frieda. Die Kirche will sich von der Immobilie trennen, weil sie kaum noch für die Unterhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes aufkommen kann.

Die Immobilie ist auf Dauer nicht zu halten, deshalb will sich die Kirche von dem evangelischen Gemeindehaus in Frieda trennen.

Frieda – Die Kirche will sich von dem evangelischen Gemeindehaus in Frieda trennen. Bei der Immobilie handelt es sich um die 1891 erbaute ehemalige Dorfschule, die die Kirche in den 1970er-Jahren von der Gemeinde gekauft hat. Das Gebäude in direkter Nachbarschaft der Kirche in Frieda steht unter Denkmal- und Ensembleschutz.

Grund des geplanten Verkaufes ist, dass die geringen Mieteinnahmen der Kirche aus der ehemaligen Lehrerwohnung im Obergeschoss des Hauses nicht ausreichen, um das Gebäude langfristig angemessen zu unterhalten, geschweige denn gründlich zu sanieren. Inzwischen steht die zirka 110 Quadratmeter große Mietwohnung leer.

„Irgendwann werden größere Reparaturen anstehen“, sagt Friedas Pfarrer Rainer Koch. „Daher sollten wir die guten Preise auf dem Immobilienmarkt jetzt möglichst nutzen. Davon werden wir nicht reich werden, aber den Erlös können wir dann in andere gemeindliche Projekte stecken.“

Statt des Gemeinderaumes im Erdgeschoss des Gemeindehauses könne die Gemeinde künftig die Weinberghalle in Frieda mitnutzen. „Das ist auf alle Fälle günstiger, als das Gebäude weiter unterhalten zu müssen.“ Nach Angaben von Koch zählt die evangelische Gemeinde in Frieda aktuell zirka 480 Mitglieder. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, so der Pfarrer.

Noch ist nicht bekannt, für welche Summe das Gebäude verkauft werden soll. Das Ortsgericht hat kürzlich eine Bewertung vorgenommen, die der Kirchengemeinde aber noch nicht vorliegt. „Erst dann wissen wir, was das Gebäude wert ist“, sagt Koch. Die derzeit nicht belegte Mietwohnung sei hergerichtet und sofort bezugsfertig. „Wenn jemand das Haus kauft, kann er dort sofort einziehen und das Gebäude in Ruhe Stück für Stück herrichten“, sagt der Pfarrer.

Zu klären bei dem Verkauf des evangelischen Gemeindehauses ist aber zudem, was mit dem Grundstück um das Gemeindehaus passieren soll. Erst vor einigen Jahren war dort mit viel ehrenamtlichen Engagement ein Spielplatz und ein kleiner Mehrgenerationenplatz entstanden. Außerdem befindet sich darauf noch ein älteres Gebäude. Daher hatte der Kirchenvorstand angeregt, dass Gemeindehaus und Grundstück voneinander getrennt werden und die Gemeinde Meinhard das Grundstück erwirbt.

Diesen Plänen könnte aber jetzt das geltende Bauplanungsrecht einen Strich durch die Rechnung machen, das eine Teilung des Grundstückes, so Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill, nicht zulasse. Zugleich wolle die Gemeinde aber den Platz um die Kirche in Frieda halten, wovon ihr ein Teil bereits gehört. Wie Pfarrer Koch mitteilt, habe die Landeskirche bei einer Voranfrage schon mal grünes Licht für den Verkauf des Gebäudes gegeben, zustimmen muss unter anderem auch noch der Kirchenkreis. Auch in der Gemeinde Meinhard will man weiterhin eine Lösung suchen, um den Kirchplatz als öffentlichen Raum zu erhalten.

Von Stefanie Salzmann

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