Mehr als 800 Impfungen pro Tag

Impfkampagne beschleunigt - riesige Nachfrage bei Hausärzten

Seit dem 23. Februar wird im Impfzentrum Werra-Meißner in den Sporthallen am Südring in Eschwege gegen das Coronavirus geimpft.
+
Eine Frau wird im Impfzentrum des Werra-Meißner-Kreises in Eschwege geimpft.

Nach einem zähen Start nimmt die Impfkampagne gegen das Coronavirus im Werra-Meißner-Kreis Fahrt auf. Im Landkreis ließen sich allein am Mittwoch 812 Menschen im Eschweger Impfzentrum impfen.

Werra-Meißner – Wie viele es genau sind, lässt sich aber nicht sagen, weil keine lokalen Zahlen für die Impfungen bei den Hausärzten vorliegen. 2858 Menschen nahmen ihren Impftermin in der vergangenen Woche im Impfzentrum in Eschwege wahr, geht aus den Zahlen der Kreisverwaltung hervor. In der ersten Februarwoche waren es noch 498. Obwohl sich die Liefermengen erhöht haben, ist Luft nach oben: „Unser Impfzentrum wurde vom Land für 1000 Impfungen pro Tag ausgelegt“, sagt Landkreissprecher Jörg Klinge.

Seit dem 7. April werden auch die Hausärzte einbezogen – und die Nachfrage scheint enorm: „Wir haben 350 Menschen auf der Warteliste. Nachfragen kommen minütlich“, sagt der Bad Sooden-Allendorfer Hausarzt Dr. Oliver Kühlke. Dabei mache sich die Impfstoffknappheit immer noch bemerkbar. Für die kommende Woche habe er 86 Dosen bestellt. „Das Maximum“, sagt er. Ob er diese Anzahl bekomme, wisse er nicht. „Das macht es schwierig, Impftermine zu vereinbaren“, sagt Kühlke. Und ein gravierendes Problem gibt es laut ihm auch: „Viele nehmen ihre Termine im Impfzentrum nicht wahr und gehen zum Hausarzt. Für die Impflogistik ist das der falsche Weg.“ Ähnliches berichtet Dr. Bernd Heinemann vom Eschweger Ärztezentrum am Bahnhof: „Wir haben sehr viele Nachfragen per Telefon und E-Mail, das ist kaum zu bewältigen neben der normalen ärztlichen Arbeit.“ Die Anfragen gingen in die Tausende. Prinzipiell laufe die Kampagne gut, allerdings hätten für die fünf Ärzte in den vergangenen drei Wochen pro Woche nur 100 Dosen zur Verfügung gestanden. In der kommenden Woche rechne man aber mit 500.

24 734 Menschen haben sich testen lassen

Die ersten sieben Testzentren im Werra-Meißner-Kreis öffneten am 17. März. Die Teststellen wurden kontinuierlich erweitert. Bisher konnten insgesamt 24 734 Personen im Kreis getestet werden (Stand 26. April), wie Kreissprecher Jörg Klinge berichtet. Davon waren 182 Ergebnisse positiv, das entspricht 0,7 Prozent der Tests. Dem Kreis liegen jedoch keine Daten darüber vor, welche dieser Ergebnisse durch den PCR-Test belegt beziehungsweise widerlegt worden sind. elu

Für den Kreis ist derweil die Meldekette ein Problem: Weder wisse die Verwaltung, wie viele Bürger im regionalen Impfzentrum in Kassel geimpft worden seien, noch wie viele bei den Hausärzten, so Sprecher Klinge. Das Hessische Sozialministerium verweist auf die Kassenärztliche Vereinigung (KV), ihm selbst lägen keine Daten zu den Impfungen bei Hausärzten vor. Auch die KV führe solche Zahlen nicht, sagt Sprecher Alexander Kowalski. Man wisse nicht, wie viele von den 60 Hausärzten im Kreis überhaupt gegen das Virus impfen würden. Fest steht: Bislang ließen sich 21 325 Personen im Impfzentrum erst- und 9632 zweitimpfen. (Maurice Morth)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.