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Mein Verein ist besonders: Der Chor Liederkranz Hoheneiche lindert Not

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Von: Emily Spanel

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Spendenübergabe: (von links) Klaus Großkurth (Heimatverein), Friedhelm Herwig, Inge Eisenträger-Herwig, Karl-Martin Reiß, Greta Klippstein (stellvertretende Kassiererin), Natalia Kudriashova mit Vlad und Erika Großkurth.
Aus unserem Archiv: Gern gab der Liederkranz Hoheneiche Konzerte mit befreundeten Vereinen wie dem Chorverein Blankenbach-Wölfterode – das soll nun, nach Ende der Corona-Durststrecke, wieder intensiviert werden.  © privat

Vereine halten unsere Gesellschaft zusammen. Seit Jahren haben sie mit Problemen zu kämpfen. Und dann kam auch noch Corona. Wir porträtieren besondere Vereine aus unserer Region.

Hoheneiche – Das Singen im Chor ist nicht nur eine musikalische, sondern auch eine hoch soziale Tätigkeit. Jeden lebendigen Chor beflügelt die soziale Gemeinschaft, die intakte Dorfkultur. Ein gelungenes Miteinander verschafft ein positives Grundgefühl, macht zufrieden und glücklich.

Die Sängerinnen und Sänger des Liederkranzes Hoheneiche verbindet nicht nur ihre tiefe Liebe zur Musik und zum Chorgesang, sondern auch zu ihrem Heimatort. „Wir möchten etwas zurückgeben“, sagt Kassiererin Inge Eisenträger-Herwig. „Das, was uns mit unseren Mitteln möglich ist, werden wir auch umsetzen.“ Und so haben sich die Mitglieder gemeinsam dazu entschlossen, zu spenden: 200 Euro gehen an den Heimat- und Verkehrsverein Hoheneiche 1975. „Unser Ort lebt und blüht durch die Arbeit des Heimatvereins auf“, lobt Karl-Martin Reiß, der Vorsitzende des Liederkranzes Hoheneiche.

Weitere 250 Euro kommen der Ukrainerin Natalia Kudriashova und ihrem Sohn Vlad zugute. Die beiden haben ihre Heimat wegen des Krieges in der Ukraine im Frühjahr verlassen müssen und in dem Wehretaler Ortsteil eine sichere und liebevolle Zuflucht gefunden. „Und egal, ob Hilfegesuch, Arbeitseinsatz oder Freiwilligentag – Natalia Kudriashova muss man nicht lange bitten. Sie ist sofort zur Stelle und integriert sich auf das Beste in die Dorfgemeinschaft“, sagt Chorleiter Friedhelm Herwig.

Damit nicht genug: Noch einmal 250 Euro gehen in die Region Ahrtal. „Wir alle haben die Bilder der Flutkatastrophe gesehen und wissen, wie dringend finanzielle Hilfe dort noch immer benötigt wird“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Erika Großkurth.

Die gesamte Spendensumme stammt aus den Mitteln des Liederkranzes Hoheneiche. Die Chöre in unserer Region waren lange still, viel zu lange. Auch die Probenarbeit des Liederkranzes Hoheneiche kam in den vergangenen Jahren der Coronapandemie quasi zum Erliegen. „Das war sicher wichtig und richtig, allein, um unsere älteren Sänger zu schützen“, sagt Inge Eisenträger-Herwig. Und ja, natürlich habe der Chor, wie beinahe alle Sangesgemeinschaften, in den harten Pandemiejahren Federn gelassen. „Aber wir sind weiterhin da, hoch motiviert, und wir unternehmen alles dafür, dass es weitergeht“, sagt Chorleiter Friedhelm Herwig. Er selbst geht mit selbstlosem Beispiel voran und hat auf sein Chorleiter-Gehalt verzichtet, um die Kasse in der Zeit ohne Auftritte nicht zu belasten. Zudem wurden im Jahr 2022 keine Mitgliedsbeiträge erhoben. 19 aktive Sänger hat der Liederkranz Hoheneiche derzeit, mit den Passiven kommt der Chor auf insgesamt 43 Mitglieder.

Jetzt aber soll wieder durchgestartet werden; das gemeinsame Singen mit Lust und Laune zelebriert, aber ganz sicher nicht länger mit Aerosolen und Ansteckung in Zusammenhang gebracht werden. Der Liederkranz Hoheneiche probt wieder regelmäßig, Ehrgeiz und Anspruch der Sänger sind ungebrochen. Das zeigen auch die Auftritte, deren Zahl zum Glück stetig steigt.

Der Liederkranz Hoheneiche sucht Sänger; dabei ist es ganz gleich, ob Mann oder Frau – jeder ist hier herzlich willkommen. Und wer die Hoheneicher erlebt, der weiß, dass das nicht nur eine Phrase ist – denn in der Chorgemeinschaft, im Vereinsleben und im Ort wird Miteinander und Zusammenhalt wie selbstverständlich gelebt.

„Schnuppern“ kann man jeden Mittwochabend ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Ansonsten stehen der Vorsitzende Karl-Martin Reiß (Telefon: 0 56 58/1406) und Chorleiter Friedhelm Herwig (Telefon 0175/8 50 41 90) gern für Auskünfte bereit.

Von Emily Hartmann

Spendenübergabe: (von links) Klaus Großkurth (Heimatverein), Friedhelm Herwig, Inge Eisenträger-Herwig, Karl-Martin Reiß, Greta Klippstein (stellvertretende Kassiererin), Natalia Kudriashova mit Vlad und Erika Großkurth.
Spendenübergabe: (von links) Klaus Großkurth (Heimatverein), Friedhelm Herwig, Inge Eisenträger-Herwig, Karl-Martin Reiß, Greta Klippstein (stellvertretende Kassiererin), Natalia Kudriashova mit Vlad und Erika Großkurth.  © Emily Hartmann

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