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In Herleshausen gibt es nun eine Büchertauschzelle

Eröffnung im kleinen Rahmen: (von links) Bürgermeister Lars Böckmann, Initiatorin Silke Schliwa, Dr. Hans-Peter Marsch, als Vertreter der Sponsoren, und die beiden kreativen Helfer Sören Audenrieth und Max Wunderlich.
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Eröffnung im kleinen Rahmen: (von links) Bürgermeister Lars Böckmann, Initiatorin Silke Schliwa, Dr. Hans-Peter Marsch, als Vertreter der Sponsoren, und die beiden kreativen Helfer Sören Audenrieth und Max Wunderlich.

In den vergangenen Monaten wurde in Herleshausen fleißig gewerkelt. Jetzt steht das Ergebnis Am Anger in Herleshausen.

Herleshausen – Eine leuchtend grüne Telefonzelle mit strahlend gelbem Dach zieht die Blicke von Autofahrern, Spaziergängern und Anwohnern in Herleshausen seit vergangener Woche auf sich. Das Innere des Kastens, der in der Straße Am Anger steht, ist mit selbst gezimmerten Regalen ausgekleidet. Sie beherbergen seit Freitag zahlreiche Bücher. Die ehemals ausgemusterte Telefonzelle ist jetzt eine Büchertauschzelle.

Auf wenigen Quadratmetern warten Bücher darauf, mitgenommen zu werden. Und dort wo Bücher verschwinden, entsteht zudem Platz für Nachschub. Die Idee stammt von Silke Schliwa. Die Lauchröderin hat auf der anderen Straßenseite ihren Laden Lausbuben und Zicken. Nachdem klar war, dass die Sommernacht der Gewerbetreibenden in diesem Jahr coronabedingt ausfallen musste, fragte sie sich: Was kann man den Herleshäusern Gutes tun, das gleichzeitig hilfreich ist?

Nach schlaflosen Nächten sei ihr dann die Idee mit der Büchertauschzelle gekommen, erzählt sie lachend. Für die Umsetzung holte sie sich nicht nur den handwerklich begabten Erzieher Sören Audenrieth aus Herleshausen und Student Max Wunderlich aus Lauchröden mit ins Boot, sondern auch die Geschäftsleute und die Gemeinde.

„Ich war wirklich positiv überrascht, wie viele der Gewerbetreibenden das Projekt unterstützt und finanziert haben“, erzählt Schliwa. Die ehemalige Telefonzelle hatte die Geschäftsfrau in Eisenach aufgetrieben. „Ich hab meine Fühler ausgestreckt“, erzählt sie schmunzelnd. Bevor sie ausgemustert wurde, hatte die Zelle wohl einst in der Nähe der Wartburgschule gestanden.

Nachdem sie lange schon nicht mehr genutzt worden war, musste sie deshalb auch erst mal wieder hergerichtet werden. Die Sanierungsarbeiten hatte Sören Audenrieth zu einem großen Teil übernommen.

„Es war im ersten Lockdown. Es war schön, etwas zu tun zu haben“, sagt er. Für die Instandsetzung wurde die zukünftige Bücherzelle in eine Scheune in Herleshausen gebracht. Dort ging es dann fleißig ans Werk: Wände mussten abgeschliffen und neu gestrichen werden und die Bücherregale im Inneren konstruiert und gebaut werden.

Die Regale stammen von Sören Audenrieth. Er hat während des ersten Lockdowns die ehemalige Telefonzelle aufgemöbelt.

„Wir wollten so viel Platz für Bücher schaffen wie möglich“, sagt der Erzieher. Beim Material legte das Team Wert auf Recycling und griff auf altes Holz zurück. Für das Design war Max Wunderlich zuständig. Der Student erarbeitete Vorschläge am Computer. „So konnten wir gut sehen, wie die Telefonzelle in verschiedenen Farbtönen aussieht, bevor sie gestrichen wurde.“

Zur inoffiziellen Eröffnung der Büchertauschzelle kamen sie alle zusammen. Die Ehre, das Band durchzuschneiden, übergab Initiatorin Silke Schliwa dann aber Dr. Hans-Peter Marsch, der als Vertreter der Sponsoren vor Ort war.

Den Platz an der Straße Am Anger stellte die Gemeinde Herleshausen zur Verfügung, freut sich Schliwa. Sogar den Aufbau übernahmen sie. Das Vorhaben habe man gerne unterstützt, sagt Bürgermeister Lars Böckmann, der zudem die Eigeninitiative begrüßt. „Das ist nicht selbstverständlich.“ Nun kann das Lesen losgehen. Dass der Büchertausch genutzt wird, da sind sich alle sicher. (Von Hanna Maiterth)

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